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Joshua Zirkzee beim FC Bayern:Retter der Meisterambitionen

FC Bayern Muenchen v VfL Wolfsburg - Bundesliga

Gnadenlos effektiv: Nachdem Joshua Zirkzee bereits bei seiner Bundesliga-Premiere in Freiburg zum Spielentscheider wurde, gelang ihm das selbe Kunststück nun gegen Wolfsburg gleich noch mal.

(Foto: Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images)

Auch Joshua Zirkzee setzte sich nach der Partie eine Weihnachtsmannmütze auf, als Geschenke an 20 Fans verteilt wurden und der Tölzer Knabenchor "Stille Nacht" intonierte. Andächtig lauschte Zirkzee und bestaunte das festliche Szenario in der Arena des FC Bayern zum Jahresausklang. Ein bisschen muss sich der 18-Jährige dabei vorgekommen sein wie der Weihnachtsmann persönlich. Denn wie schon beim 3:1-Sieg am Mittwoch in Freiburg hatte er kurz nach seiner Einwechselung auch am Samstag gegen den VfL Wolfsburg den 2:0 (0:0)-Sieg auf den Weg gebracht und den Münchnern einen erfolgreichen Hinrundenabschluss beschert.

In Freiburg hatte das Talent aus der U23 bei seinem Bundesligadebüt 104 Sekunden nach seiner Einwechselung für Philippe Coutinho mit seinem ersten Ballkontakt das entscheidende 2:1 erzielt (90.+2). Diesmal traf er in seinem zweiten Ligaspiel 150 Sekunden nach seiner Einwechselung für Coutinho erneut mit seinem ersten Ballkontakt zum entscheidenden 1:0 (86.). "Das ist eine Durchschnittsdauer, die sich steigert. Da müssen wir dran arbeiten", witzelte Thomas Müller über die etwas längere Dauer, die Zirkzee diesmal für das erlösende Tor benötigt hatte. Schnell fügte der Weltmeister von 2014 aber hinzu: "Wir sind sehr dankbar, dass er das gemacht hat." Dass Serge Gnabry, wie in Freiburg, auch diesmal kurz darauf den Endstand herstellte (89.), fügte sich in die vielen Parallelen dieser erstaunlichen Weihnachtsgeschichte mit Zirkzee als erneutem Retter der Münchner Meisterambitionen.

Neuer grüßt selbstgewiss gen Leipzig

Mit vier Punkten Rückstand auf den Herbstmeister RB Leipzig ziehen die Bayern in die Winterpause und zudem in dem Gefühl, in der Rückrunde den achten Ligatitel in Serie erreichen zu können. "Wenn wir unseren Stiefel runterspielen, sind wir die bessere Mannschaft", grüßte Kapitän Manuel Neuer bereits selbstgewiss gen Leipzig. Wie die Kollegen wusste aber auch der Torwart, dass Danksagungen an Zirkzee angebracht waren nach einem Spiel, das die Münchner zwar bestimmt hatten, bei ihren Abschlüssen aber oft an sich oder dem starken Wolfsburger Torwart Koen Casteels gescheitert waren. Oder wie es Passgeber Müller mit Blick auf Zirkzees 1:0 formulierte: "Das haben wir auf jeden Fall gebraucht von einem Spieler, der das Quäntchen Glück hat."

Von der rechten Seite hatte Müller nach innen in den freien Rückraum gepasst und den Ball dabei eigentlich an Gnabry adressiert. Doch Zirkzee lief ebenso ein und schloss ohne Rücksicht auf Gnabry ab, was auch Joshua Kimmich imponierte. Als Beleg für Zirkzess "Entschlossenheit und Wille" wertete der Nationalspieler diesen Torschuss trotz Gnabrys Ballnähe und sprach von einem "Knotenlöser" und "Lucky Punch" nach einem in der zweiten Halbzeit zunehmend müden Vortrag. "Er hat uns jetzt zweimal gerettet", sagte Kimmich und verwies auf Zirkzees Dynamik und Bewegungen im Strafraum, also auf "Fähigkeiten, die für einen Stürmer wichtig sind". Bodenständig und zurückhaltend sei Zirkzees, ergänzte Neuer, "aber auf dem Platz brennt er und ist sehr präsent."

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