FC Bayern "Wir sind weder ganz oben noch ganz unten"

"Ich muss nicht jedem einzelnen Kritiker antworten": Bayern-Trainer Carlo Ancelotti.

(Foto: dpa)
  • Für das Bundesligaspiel gegen Mainz 05 am Samstag plant Carlo Ancelotti mehrere Umstellungen im Vergleich zur Partie in der Champions League.
  • Er mahnt seine Spieler, sich an interne Regeln zu halten, sagt aber, sich mit Franck Ribéry nach dessen Trikot-Wurf gegen Anderlecht ausgesprochen zu haben.
  • Auf die Gerüchte über eine Ausstiegsklausel im Sommer ging er nicht ein.

Carlo Ancelotti hat sich gegen Kritik am aktuellen Zustand des FC Bayern gewehrt. "Wir sind weder ganz oben noch ganz unten. Wir haben die Möglichkeit, es schnell besser zu machen", sagte er vor den Bundesliga-Spielen gegen Mainz und Schalke 04. Er wisse, "dass mir viele Menschen Ratschläge geben. Aber ich muss nicht jedem einzelnen Kritiker antworten." Er versprach diesen aber, "am Saisonende eine große Party zu veranstalten, mit gutem Wein und guten Essen. Dann können wir über alles reden."

Vor einer Woche hatte der FC Bayern gegen Hoffenheim verloren, am Dienstag trotz Überzahl beim 3:0 gegen Anderlecht instabil gewirkt. Für das Spiel gegen Mainz kündigte Ancelotti nun einige Umstellungen an. Weltmeister Jérôme Boateng könnte nach seinem Kurzeinsatz in der Champions League sogar in der Startelf stehen. Dazu sollen einige Akteure auflaufen, die gegen Anderlecht nicht gespielt hätten. Das trifft etwa auf Mats Hummels, Arturo Vidal und Sebastian Rudy zu. Auch Thomas Müller könnte diesmal wieder beginnen.

Mit Franck Ribéry sei "alles geklärt", sagt Ancelotti

Ancelotti appellierte derweil an seine Profis, sich an die intern geltenden Regeln zu halten. "Ich hoffe, dass meine Spieler die Regeln respektieren", sagte er. Für eine Bestrafung bei Verstößen sei aber nicht er, sondern der Verein in Person von Sportdirektor Hasan Salihamidzic zuständig: "Ich bin nicht der Typ, der da eingreift." Mit Franck Ribéry habe er über dessen wütende Reaktion nach der Auswechslung im Champions-League-Spiel gegen den RSC Anderlecht gesprochen: "Alles gut, es gibt keine Probleme."

In der französischen Zeitung Le Figaro hatte er sich davor schon etwas ausführlicher geäußert: "Franck ist ein offener und ehrlicher Junge. Mit ehrlichen Menschen hat man keine Probleme. Ich war auch sauer nach dem Spiel, dann ist der Ton mal rauer geworden, aber jetzt ist alles geklärt. Wir blicken nach vorne."

Die Gerüchte über eine angebliche Ausstiegsklausel im kommenden Sommer wies er zurück. "Ich rede normalerweise nicht über meinen Vertrag. Ich kann aber sagen, dass mein Vertragsende am 30. Juli 2019 ist", sagte der 58 Jahre alte Italiener. Der amerikanische TV-Sender ESPN hatte unter Berufung auf eine namentlich nicht genannte Quelle berichtet, dass der deutsche Fußball-Rekordmeister den Kontrakt mit Ancelotti bereits 2018 und damit ein Jahr vor Laufzeitende kündigen kann. Das einzige, "was mich beschäftigt", fügte er an, sei, "dass ich meinen Job so lange wie möglich mache. Ich bin glücklich, hier zu sein."

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