FC Bayern Warten auf Robben

247 Mal spielte Franck Ribéry, 35, bisher für den FC Bayern in der Bundesliga, er erzielte dabei 80 Tore. In der nächsten Saison darf er diese Statistik ausbauen.

(Foto: Sebastian Widmann/Getty)

Franck Ribéry verlängert seinen Vertrag beim FC Bayern bis 2019. Für seinen Kollegen, dem ebenfalls ein Vertragsangebot vorliegt, gibt es auch andere Interessenten.

Von Benedikt Warmbrunn

Dieses Mal hat niemand gesagt, dass diese Saison "für alle eine große Saison" gewesen sei. Dieses Mal hat keiner gesagt, dass die Champions League nicht gewonnen wurde, erst recht nicht mit dem Zusatz: "aber egal". Dieses Mal hat auch keiner gesagt: "Isch 'abe gemacht fünf Jahre mehr." Dieses Mal hat Franck Ribéry einfach einen neuen Vertrag unterschrieben, für ein Jahr mehr.

2010, auf dem Marienplatz, am Tag nach dem verlorenen Finale in der Champions League gegen Inter Mailand, sprach Ribéry diesen wohl berühmtesten Satz seiner inzwischen elf Jahre in München. Damals war seine Vertragsverlängerung eine kleine Überraschung, immer wieder hatte er mit anderen Klubs geflirtet. Die Fans auf dem Marienplatz jubelten.

Die Rückkehr von Manuel Neuer verzögert sich wohl erneut

2018 lief die Verlängerung sachlicher ab, es ist ja bereits seine vierte. Der FC Bayern verschickte am Montag eine Mitteilung, wonach Ribéry bis Juni 2019 bleiben werde, der 35-Jährige wird zitiert: "Ich bin sehr glücklich, ein weiteres Jahr für diesen großen Klub spielen zu dürfen." Überraschend kam diese Nachricht nicht. Bereits Mitte April hatte Sportdirektor Hasan Salihamidzic mitgeteilt, dass der Klub Ribéry und Arjen Robben neue Verträge vorgelegt habe, "sie müssen nur Bescheid sagen".

Warum also hat Arjen Robben noch nicht Bescheid gesagt?

Der 34-Jährige ist nach dieser Saison auch schon ein Jahrzehnt in München, zu Saisonbeginn hatte er immer wieder betont, wie wohl er sich bei Bayern fühle und dass er unbedingt ein weiteres Jahr hier spielen wolle, am liebsten gleich zwei. Damals hatte er allerdings auch erzählt, dass er sich vorstellen könne, mal woanders zu spielen, in den USA zum Beispiel.

Dem Vernehmen nach gibt es für Robben auch andere Angebote, die Frage ist nun, ob diese ihm interessanter erscheinen oder vielleicht nur das Angebot des FC Bayern nicht ganz so verlockend wirkt. In der Rückrunde hatte Robben nie seinen Frust verbergen wollen, wenn er auf der Bank saß; dass dies in einem möglichen elften Jahr in München seltener der Fall sein könnte, ist eher unwahrscheinlich. Robbens Unmut kann ein Problem für die Stimmung in der Mannschaft werden, das hat sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt. Und solange ein Spieler mit diesem Namen und diesen Verdiensten auf einen Stammplatz pocht, verzichten einige Talente lieber auf einen Wechsel nach München - sollte Robben nicht verlängern, aus welchen Gründen auch immer, würde das also die Chance erhöhen, dass einer der hoch begabten Flügelspieler wie Dortmunds Christian Pulisic oder Leverkusens Leon Bailey nach München geht.

Fragezeichen gibt es weiterhin auch bei Manuel Neuer, allerdings zu dessen Gegenwart. Die Bild berichtete, dass der Torwart, der seit einem Mittelfußbruch im September nicht mehr gespielt hat, in der vergangenen Woche wegen eines Knochenödems ein paar Tage lang pausieren musste. Sein eigentlich geplanter Einsatz im letzten Ligaspiel an diesem Samstag gegen den VfB Stuttgart ist daher mehr als fraglich. Zudem wird die Zeit für die Weltmeisterschaft in Russland langsam knapp. Nach SZ-Informationen plant der DFB daher, Ende Mai mit vier Torhütern ins Trainingslager nach Südtirol zu reisen. Nach den knapp zweieinhalb Wochen soll dann entschieden werden, ob Neuer fit genug für die WM ist.