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FC Bayern versus RB Leipzig:Der beste Hefewürfel der Welt

FC Bayern Muenchen v 1899 Hoffenheim - Bundesliga; Lewy

31 Tore hat RB bislang erzielt, Robert Lewandowski immerhin 11.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Lewandowski oder Werner, Bernie oder Bulli? Vor dem Bundesliga-Spitzenspiel: Ein absolut ernst gemeinter Vergleich zwischen dem FC Bayern und RB Leipzig.

Von Sebastian Fischer und Benedikt Warmbrunn

An diesem Mittwoch (20 Uhr) empfängt der FC Bayern RB Leipzig, es ist das Duell zwischen dem Rekordmeister (26 Titel) und dem Rekordaufsteiger (unbesiegt in den ersten 13 Bundesliga-Spielen), das Duell zwischen dem Tabellenführer und dem punktgleichen Zweiten, das Aufeinandertreffen der Lebenswerke von Uli Hoeneß und Dietrich Mateschitz, vor allem aber: das Duell von Weißbier und Red Bull - höchste Zeit also für einen Vergleich der beiden Imperien, gewertet in obergäriger Hefe und Taurin, der geheimen Zutat in Mateschitz' Brausedosen.

Trainer

Die herausragende Eigenschaft von Carlo Ancelotti, so sehen sie das zumindest beim FC Bayern, ist es, dass er sich auf das Gewinnen der Champions League versteht, dreimal gelang ihm das. Gerecht wird das dem Menschen Ancelotti nicht. Die herausragende Eigenschaft von Carlo Ancelotti, so sieht das zumindest Carlo Ancelotti, ist es, dass er sich auf das Essen und Trinken versteht. In München hat er sich schnell mit mehr oder weniger lokalen Spezialitäten vertraut gemacht (Wiener Schnitzel, die Nürnberger des Wurstfabrikanten Uli H.), auch das Oktoberfestbier (untergärig) hat es ihm, eigentlich ein Rotwein-Genießer, angetan. Er vermisst aus seiner Heimat allein Mortadella und Tortellini. RB-Trainer Ralph Hasenhüttl ist Österreicher, als der er die herausragende Eigenschaft besitzt, dass er gerne Kaiserschmarrn isst. In Leipzig betonen sie, dass Hasenhüttl sich darauf versteht, den FC Bayern zu ärgern; als er in der vergangenen Saison mit Ingolstadt in München spielte, hielt er das 0:0 bis zur 65. Minute.

Fazit: Hasenhüttl gewinnt einen Esslöffel Taurin.

Torhüter

Manuel Neuer ist Weltmeister, Klub-Weltmeister, Champions-League-Sieger, deutscher Meister, Pokalsieger, Supercupsieger, Deutschlands Fußballer des Jahres. Er war Gewinner der Weißen Weste 2010, 2012, 2013, 2014 und 2015 sowie Revierfußballer des Jahres 2010 und ist Träger von zwei Silbernen Lorbeerblättern. Außerdem ist der Torwart des FC Bayern einer der erfolgreichsten Aufschläger in der Geschichte des Tennisvereins TG Gold-Weiß Gelsenkirchen und hat für einen Disney-Film über Monster eine der Figuren synchronisiert. Der Torhüter der Leipziger hat noch niemanden synchronisiert, war dafür mal Meister in Ungarn und Österreich, aber das kann ja eigentlich jeder. Außerdem heißt er wie ein ungarisches Fleischgericht: Peter Gulasci.

Fazit: Neuer gewinnt einen Hefewürfel. Taurin braucht er nicht. Er fliegt schon.

Abwehr

Nach der Lehre von RB-Sportdirektor Ralf Rangnick, dem führenden Fußball-Intellektuellen der Republik, ist eine sogenannte Abwehr ein überholtes Konzept; ein Hilfsmittel, auf das Trainer wie Frank Pagelsdorf oder Willi Reimann in den Neunzigerjahren mal zurückgegriffen haben, weil sie es nicht besser wussten. Fußballspiele gewinnt man nach Rangnick et al. nur, wenn die Verteidigung im Angriff mit wildem Jagen der gegnerischen Abwehrspieler beginnt - ein Konzept, das unter dem Namen Pressing Karriere macht und im Idealfall verhindert, dass die eigene Abwehrreihe überhaupt an den Ball kommt. Falls das schiefgeht, haben die Leipziger zwei Innenverteidiger namens Willi Orban und Stefan Ilsanker. Die Bayern beschäftigen dagegen die schönste Innenverteidigung der Welt, Javi Martínez und Mats Hummels könnten auch zwei Charaktere aus der Neunzigerjahreserie "Beverly Hills 90210" darstellen - doch sie verteidigten zuletzt gegen Darmstadt eher so leichtsinnig, als hätten sie zu viel " Manni, der Libero" geschaut. Und Jérôme Boateng ist nach einer Brust-OP sechs Wochen lang verletzt.

Fazit: Zwei Tassen Taurin für Orban und Ilsanker.

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