Uli Hoeneß "Franck hätte das Steak an die Wand klatschen sollen"

Ganz zufrieden mit sich selbst: Uli Hoeneß.

(Foto: dpa)
  • Uli Hoeneß, der Präsident des FC Bayern, spricht auf einer Podiumsdiskussion in Bonn über seine Zeit nach der Haftstrafe.
  • Auch zur Goldsteak-Affäre von Franck Ribéry äußert er sich.

Eine Podiumsdiskussion mit Uli Hoeneß? Klar, das ist eine gute Gelegenheit für den Präsidenten des FC Bayern, sich über einige Dinge Gedanken zu machen. Hat er auch getan. Auf einer Diskussion am Donnerstagabend in Bonn zum Thema "Sozialer Klebstoff? Die Rolle des Fußballs in Deutschland" (zusammen mit Bischof Franz-Josef Overbeck und Schalke-Aufsichratschef Clemens Tönnies) sprach Hoeneß unter anderem über sein eigenes Verhalten nach seiner Haftstrafe.

"Ich habe danach noch mehr drauf geachtet, keinen Grund zu geben, kritisiert zu werden. Das ist mir, glaube ich, im Großen und Ganzen ganz gut gelungen", sagte Hoeneß in Bonn. Er habe "immer gesagt, ich habe damals einen Riesenfehler gemacht. Aber den habe ich einmal gemacht und nie wieder". Hoeneß war nach einer Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe 2014 zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Wegen guter Führung wurde er 2016 vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen. "Ich habe vorher außerhalb dieses Bereichs immer korrekt gearbeitet. Ich habe meinen Job so gemacht, dass ich ein Menschenfreund war. Ich habe nie nach oben gebuckelt und nach unten getreten", sagte der Fußball-Weltmeister von 1974.

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Was Hoeneß zur Goldsteak-Affäre um Ribéry sagt

Er spüre auch eine immens steigende Beliebtheit, berichtete Hoeneß. "Ich habe sowas nicht für möglich gehalten. Der eine oder andere bei uns ist ganz schön neidisch", sagte er schmunzelnd und verneinte, dass er damit den Vorstandsvorsitzenden des FC Bayern, Karl-Heinz Rummenigge, gemeint habe: "In Bremen laufe ich mitten durch die Kurve und ich musste so viele Selfies wie nie machen."

Hoeneß führt dies darauf zurück, "dass wir ein Verein sind, der sich seiner sozialen Verantwortung bewusst ist. Bis auf Schalke haben wir fast jedem Verein irgendwann aus der Insolvenz geholfen. Das hat sich im Bewusstsein der Leute niedergeschlagen." Zu den Plänen über eine europäische Super-Liga sagte Hoeneß: "Es darf nicht sein, dass es Samstag keine Bundesliga gibt wegen internationaler Spiele. Die Bundesliga bleibt für den FC Bayern das Wichtigste. Das ist ein klarer Beschluss unseres Aufsichtsrats."

Über künftige Bayern-Transfers sagte er: "Ich möchte keinen Spieler für 80 oder 100 Millionen kaufen. Aber wenn du mit Manchester City, Liverpool oder Barcelona mithalten willst, dann muss man auch mal Dinge machen, die mir nicht gefallen." Die Münchner hätten zwar Lucas Hernández für rund 80 Millionen Euro verpflichtet, jedoch: "Das Gute ist, dass wir das von unserem Festgeldkonto machen können."

Hoeneß äußerte sich auch zur Gold-Steak-Affäre um Franck Ribéry - und bezeichnete diese als "Fake-News. Franck ist da missbraucht worden. Der einzige Fehler war, dass er das Steak nicht an die Wand geklatscht hat. Er hat das Steak nicht mal gegessen. Er hätte es an die Wand klatschen sollen und alles wäre gut gewesen."

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