Transfers beim FC Bayern:Pavard kann nur kommen, wenn Boateng geht

In Stuttgart kommentieren sie den Fall zurzeit nicht, der VfB-Sportvorstand Michael Reschke verweist auf die Zitate, die er der französischen Zeitung L'Équipe gegeben hat. Es sei "der absolute Wunsch des VfB, dass Benji mit voller Überzeugung noch eine Saison für den VfB Stuttgart spielt", sagt Reschke da, aber natürlich müsse man "als Profiklub immer die wirtschaftliche Gesamtsituation in den Entscheidungsfindungsprozess einfließen lassen" (was auf Französisch übrigens schon ein bisschen melodischer klingt).

An dieser Stelle beginnt es nun etwas komplizierter zu werden für den FC Bayern. In Stuttgart ist die Reisegruppe Brazzo offenbar noch nicht gewesen, um die eine entscheidende Frage zu klären: unter welchen Umständen sie Pavard schon für die kommende Saison gewinnen könnten.

Boateng ist nicht auf der Flucht

Der Spieler selbst könnte sich einen sofortigen Wechsel nach München offenbar gut vorstellen, er ist immer noch im Weltmeisterflow, und er hat von seinen Weltmeisterkollegen jetzt dutzendmal gehört, bei welch tollen Klubs die spielen und dass die siebenmal mehr verdienen als er. Aber die Bayern wissen immer noch nicht, ob sie die Planstelle für Pavard freibekommen - alles hängt von Boateng ab, den die Bayern so auffällig auf den Markt hinausgeredet haben, dass es jeder europäische Topklub mitbekommen hat. Thomas Tuchels Paris Saint-Germain gilt als interessiert, angeblich auch Manchester United, aber all das sei eher lose und noch nicht überzeugend, heißt es aus dem Boateng-Lager.

Boateng fühlt sich keineswegs auf der Flucht, er würde sich das mit dem neuen Trainer Niko Kovac sogar ganz gerne mal anschauen. Aber er weiß auch, dass vor allem der Klubchef Rummenigge einigermaßen entschlossen wirkt, die Zusammenarbeit zu beenden. Zu hören ist, dass sich die Bayern wohl auch bis unter die 50-Millionen-Euro-Grenze runterhandeln lassen würden, um dem bis 2021 gebundenen Boateng einen Abschied zu ermöglichen.

Für Benjamin Pavard müssten die Bayern dann allerdings ein bisschen Geld drauflegen, in diesem Sommer gilt dessen Klausel nicht. Stuttgarts Sportchef Reschke hat bereits mehrmals mitgeteilt, dass ihm kein Bewerber zu kommen braucht, der weniger als 50 Millionen Euro anbietet, und das gilt gewiss auch für Bewerber, die - wahrscheinlich zu dritt - über die A 8 aus München angefahren kommen.

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