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FC-Bayern-Trainer Guardiola:Vier Tage entscheiden über eine Saison

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Der eine geht, der andere bleibt - zumindest bis 2016 - beim FC Bayern München: Mannschaftsarzt Müller-Wohlfahrt (links) und Trainer Pep Guardiola.

(Foto: imago/Ulmer)
  • Nach der Kündigung von Mannschaftsarzt Müller-Wohlfahrt nimmt sich der Trainer des FC Bayern, Pep Guardiola, selbst in die Verantwortung.
  • Die nächsten Spiele - am Wochenende gegen Hoffenheim, vor allem aber am Dienstag gegen Porto - können über die Lesart seiner zweiten Saison in München entscheiden.
  • Mit einer aufgewühlten Rede macht Guardiola klar, dass es jetzt nur noch um ihn geht, um seine Taktik, um seine Ideen vom Spiel.

Auch an diesem Tag, an dem irgendwie jede Nachricht über den FC Bayern in Großbuchstaben daher kam, gab es ein paar kleine Meldungen, sie sind fast durchgerutscht bei all dem Trubel. Bei den Großbuchstaben ging es um Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, um Pep Guardiola, um das Champions-League-Rückspiel am Dienstag gegen den FC Porto, es ging um Eitelkeiten, um Ruhm, um Ehre. Bei den kleingedruckten Nachrichten ging es um Hoffenheim.

Aufregung herrschte am Freitagvormittag auf dem Vereinsgelände des FC Bayern. Im dichten Regen sagten die Fernsehmänner die großen Nachrichten durch: Dass Müller-Wohlfahrt am Donnerstagabend sein Amt als Mannschaftsarzt niedergelegt habe. Dass ein Machtkampf eskaliert sei, zwischen Müller-Wohlfahrt, dem Doktor und Guardiola, dem Trainer.

Wieviel Pep steckt im FC Bayern?

Um zwölf Uhr tritt Guardiola vor die Presse, der Termin stand lange fest, bis zum frühen Donnerstagabend waren alle davon ausgegangen, dass es um die 1:3-Niederlage in Porto gehen würde, um die Verletztensituation, vielleicht sogar um das Auswärtsspiel an diesem Wochenende bei der TSG Hoffenheim.

Dann aber war Müller-Wohlfahrt zurückgetreten; das Vertrauensverhältnis sei "beschädigt". Während im Klub helles Entsetzen ausbrach und selbst Wohlmeinende auf Distanz zum ewigen "Doc" gingen, dem sie nicht die Demission, wohl aber den Zeitpunkt als verkappte Boykottmaßnahme ankreiden, bekam der Termin mit Guardiola am Freitag eine neue Dimension. Es ging nun um die Frage, wie viel Pep im FC Bayern steckt. Und was er mit dieser neuen Macht anstellen wird.

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Es ist eine undurchsichtige Gemengelage, die zu Müller-Wohlfahrts Kündigung geführt hat. Waren es Schuldzuweisungen nach dem Porto-Spiel in der Kabine? War es eine Diagnose zu Franck Ribéry, der am Donnerstag erfahren musste, dass er seine im gesamten Verein ersehnte Rückkehr doch noch länger verschieben muss? Oder war es eine Entwicklung, in der sich der FC Bayern immer stärker auf die Seite seines Trainers stellte?

Müller-Wohlfahrt hat seine Entscheidung bisher nicht näher erklärt; das könne sich aber ändern "in den nächsten Tagen", lässt er aus seiner Praxis mitteilen.

In vier Tagen wird sich womöglich die Lesart von Guardiolas zweiter Saison in München entscheiden. Verliert er mit diesem Gerippe einer Elf in Hoffenheim, kann er zwar weiter Meister werden. Gewinnt er aber am Dienstag gegen Porto nicht so hoch, dass das Team das Halbfinale erreichen kann, dann bleibt nur ein Verantwortlicher übrig: Pep Guardiola. So hat das der Trainer selbst zumindest am Freitag gesagt.

Guardiola hat da in seiner ganz eigenen Art kokettiert, aber er wollte schon, dass diese eine Botschaft bleibt. "Wenn wir verlieren", das sagte er mehrmals am Freitag, "dann ist der Trainer verantwortlich. Dann die Spieler." Ausdrücklich nicht genannt hat er: den Doktor.