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Joshua Kimmich:"Mich verbiegt keiner"

Urschrei: Joshua Kimmich feiert sein Tor gegen Tottenham.

(Foto: AP)
  • Beim 7:2 des FC Bayern gegen Tottenham erzielt Joshua Kimmich den wichtigen Ausgleich in einer Phase, in der es für die Mannschaft nicht so gut läuft.
  • Zuvor haben Karl-Heinz Rummenigge und Hasan Salihamidzic von Kimmich Taten nach seinen kritischen Worten gefordert.
  • Er bereue die Kritik nach dem Paderborn-Spiel nicht, sagt Kimmich. Er werde sich weiter so äußern.

Nein, Joshua Kimmich hat auch diesmal nicht auf kritische Worte verzichtet. "Ich glaube, dass es insgesamt von der ganzen Mannschaft die ersten 30 Minuten nicht so gut war", sagte er am Dienstagabend zum Beispiel. Zu neuerlichen Antworten seiner Chefs hat dies aber nicht geführt, und das dürfte zum einen daran liegen, dass Kimmich auch ausreichend Lob gespendet hat ("Die zweite Halbzeit war dann von jedem einzelnen, glaube ich, richtig gut."). Zum anderen äußerte er am Dienstag schlichtweg eine mehrheitsfähige Meinung zum Champions-League-Abend in London.

Auf relativ unübliche Weise war Kimmich, 24, ja vor dem Duell in die Meldungen geraten. Nach dem 3:2 in Paderborn hatte er Kritik geäußert. "Man muss feststellen, dass wir es in dieser Saison noch nicht geschafft haben, ein Spiel über 90 Minuten dominant zu bestreiten", sagte er. "Wir laufen unserem Anspruch hinterher. Bis Dienstag müssen wir da was draufpacken."

Ehe die Münchner am Dienstag nun ein 7:2 draufpackten, hinterlegten mehrere Funktionsträger des FC Bayern ihre Gedanken zu den Sätzen des Sechsers/Rechtsverteidigers. "Wenn man kritisch ist, muss man die Flagge in die Hand nehmen und nach oben halten. Und dann müssen alle demjenigen hinterherrennen", bemerkte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und sagte, dass Kimmich nun den Anspruch haben müsse, große Leistung zu liefern. Und Sportdirektor Hasan Salihamidzic sagte: "Wer die Klappe aufmacht, muss vorneweg marschieren", wobei er anfügte, dass Kimmich dies auch tue und er Spieler möge, "die was sagen und Verantwortung übernehmen".

Am Dienstag hat Kimmich dann gewissermaßen Verantwortung übernommen. Seine auffälligste Szene fiel in die 15. Minute, als er den Ball aus der Distanz platziert ins Tor von Hugo Lloris legte. Es war der Treffer zum 1:1, und er gelang in einer Phase, in der der FC Bayern - siehe Kimmichs Aussagen vom Anfang - größere Probleme hatte. Eine Kausalität zwischen Debatte und Treffer wollte Kimmich aber nicht erkennen. "Ich glaube, das (Tor, d. Red.) hatte jetzt nichts mit dem, was vorher gesagt wurde, zu tun. Meine Leistung hat das, glaube ich, nicht beeinflusst", sagte Kimmich. Hasan Salihamidzic hingegen sprach von einer "richtigen Antwort", die Kimmich gegeben habe.

Salihamidzic ließ zudem wissen, dass die Debatte Kimmich nicht unter Druck setze, seine Aussagen würden ihn anspornen. "Das ist ein Junge, der eine Top-Einstellung hat, der gerade an sich Ansprüche hat und an die Mannschaft auch Ansprüche hat", sagte Salihamidzic. Ohnehin fand er, dass das ganze Thema etwas zu "breitgetreten" worden sei.

Bereut hat Kimmich seine Aussagen indes nicht. "Ich weiß, dass ich mich kritisch geäußert habe nach dem Paderborn-Spiel", sagte er. "Das würde ich auch in der Art und Weise wieder so tun, weil das einfach meine Meinung ist." Und als er bei Sky gefragt wurde, ob er seinem Stil treu bleibe, da antwortete er: "Auf jeden Fall, mich verbiegt keiner." Klingt so, als würde man von Joshua Kimmich weiter hören.

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