Die Basketballer des FC Bayern München haben auf ihre Verletztenmisere auf der Spielmacher-Position reagiert und einen Spieler bis zum Saisonende nachverpflichtet. Aber nicht irgendjemand, sondern einen Akteur mit der Erfahrung von 621 NBA-Spielen: Spencer Dinwiddie.
Möglich gemacht hat diesen Transfer-Coup die Tatsache, dass der 32-Jährige sich in der Pre-Season nicht für ein adäquates Angebot aus der NBA empfehlen und als sogenannter Free-Agent einen neuen Klub finden konnte. Ein Spieler seines Formats war selbstredend nicht nur von den Bayern umworben, unter anderen Euroleague-Klubs hatte sich dem Vernehmen nach auch Partizan Belgrad um Dinwiddie bemüht.
Zuletzt spielte der für einen Guard mit 1,96 Metern groß gewachsene Spielmacher in der vergangenen Saison für Dallas, der vielseitige und korbgefährliche Combo-Guard hat in seiner NBA-Karriere im Schnitt 13 Punkten und 5,1 Assists erzielt. Zudem ist Dinwiddie mit 32 Jahren immer noch im besten Basketballer-Alter.
Dinwiddie kennt Trainer Gordon Herbert aus gemeinsamen Zeiten bei den Brooklyn Nets
Der Amerikaner, der die vergangene Saison komplett für die Mavericks bestritt (79 Spiele, 11,0 Punkte im Schnitt) wird die Münchner ohne Ausstiegsklausel bis Saisonende verstärken. Mit diesem spektakulären Zugang hat der deutsche Meister seine Saisonplanung als endgültig abgeschlossen erklärt. Für Dinwiddie ist es nach elf Jahren in der NBA die erste Auslandsstation.
Die Eingewöhnung sollte dem aus Los Angeles stammenden Profi nicht sonderlich schwerfallen, denn der Kader befindet sich nach wie vor in der Findungsphase, und Dinwiddie kennt Cheftrainer Gordon Herbert aus dessen Zeit als Berater bei den Brooklyn Nets in der Saison 2019/2020. „Spencer Dinwiddie kommt mit seiner großen NBA-Erfahrung nach München, und wir sind uns sicher, dass er sofort Einfluss auf unser Spiel haben wird, zumal er Coach Herbert bereits aus Brooklyn kennt“, freut sich Bayern-Sportchef Dragan Tarlac. „Wir mussten in den letzten Wochen geduldig sein und auf die Möglichkeiten des NBA-Markts warten. Das war ein Risiko und auch nicht ganz einfach, diese Geduld aufzubringen angesichts der Verletzungen. Doch es hat sich nun komplett ausgezahlt und wir freuen uns sehr auf diesen tollen Spieler.“
Dinwiddie wird am Wochenende in München erwartet und anschließend die medizinischen Tests absolvieren.

