FC Bayern gegen Schalke Der Bart wird langsam grau

Besorgt, weil die Defensive nicht zur Stabilität findet: Bayern-Trainer Niko Kovac.

(Foto: Bongarts/Getty Images)
  • Der FC Bayern besiegt Schalke mit 3:1 und reduziert den Rückstand auf Borussia Dortmund auf fünf Punkte.
  • Echte Jubelstimmung kommt aber nicht auf: Trainer Kovac ist besorgt, weil sein Team weiter die defensive Stabilität vermissen lässt.
  • Hier geht es zur Einzelkritik des FC Bayern.
Aus dem Stadion von Maik Rosner

Hinterher ging es sogar um die Farbe der Gesichtsbehaarung von Niko Kovac, und mit seinem launigen Verweis darauf war schon viel erzählt über die Gemengelage beim FC Bayern. "Schauen Sie sich doch mal meinen Bart an. Der ist grau", antwortete der Münchner Trainer auf die Frage, wie es ihm denn gehe mit den wiederkehrenden Fehlern und Gegentoren nach Kontern.

Dass Kovac diesen kleinen Einblick mit einem Lächeln gewährte, bildete den 3:1 (2:1)-Heimsieg gegen den FC Schalke 04 recht gut ab. Hochüberlegen hatten die Bayern gewonnen, nach einer sehr schwungvollen ersten und einer dosierten zweiten Halbzeit. Der Rückstand auf Tabellenführer Borussia Dortmund, der am Nachmittag einen 3:0-Vorsprung gegen die TSG Hoffenheim verspielt hatte und sich mit einem 3:3 begnügen musste, ist auf fünf Punktze reduziert. Vorbeigezogen sind die Münchner zudem am bisherigen Tabellenzweiten Borussia Mönchengladbach, der gar 0:3 gegen Hertha BSC verloren hatte.

Und doch hielt sich die Freude der Münchner darüber sowie über den eigenen Erfolg in Grenzen, weil der gute Vortrag wieder einmal mit jenen Makeln in der Defensive versehen war, die sich aus Münchner Sicht in unschöner Regelmäßigkeit wiederholen. "Wir können es nur predigen", sagte Kovac über seine Gegenmaßnahmen im Training und mahnte an, doch auch mal ein taktisches Foulspiel zu begehen. Dabei lächelte er nicht mehr - zehn Tage vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League beim FC Liverpool, der sich besonders gut auf überfallartige Gegenangriffe versteht.

Erst Gnabry beruhigt das Spiel der Bayern

Es ist auch am Samstagabend in der Arena erneut sichtbar geworden, dass die Suche nach Stabilität beim FC Bayern anhält. Durch ein Eigentor des Schalker Winterzugangs Jeffrey Bruma waren die Münchner rasch in Führung gegangen (12.), ehe sie Ahmed Kutucus Ausgleich trotz großer Überlegenheit kassierten (25.). Robert Lewandowski brachte die Bayern schnell wieder in Front (27.), doch erst Serge Gnabrys Tor zum Endstand nach knapp einer Stunde (57.) sorgte für eine nachhaltige Beruhigung des Spiels, in dem Schalke dem erneuten Ausgleich durchaus nahe gekommen war. "Wir haben mal wieder ein paar Torchancen zu viel zugelassen", sagte der ehemalige Schalker Leon Goretzka.

Begonnen hatte der Abend mit einer weiteren Überraschung nach der Steilvorlage der Dortmunder. Die Frage, ob Mats Hummels oder Jérôme Boateng in der Innenverteidigung spielt, hatte Kovac mit einem unerwarteten und beantwortet. Für Boateng musste diesmal Niklas Süle auf der Bank Platz nehmen und nicht Hummels, der sich beim 3:2-Pokalsieg in Berlin einen besonderen Fauxpas vor dem zwischenzeitlichen 2:2 der Hertha erlaubt hatte. Nun aber sah Süle, wie sich Boateng bei seinem ersten Startelfeinsatz und nach bisher nur einer Minute Spielzeit in diesem Jahr genau vor der Bank mit einer Lehrbuchgrätsche einführte.

FC Bayern in der Einzelkritik

James erhält mahnende Blicke

Ebenfalls in der Beobachterrolle neben Süle befand sich Thomas Müller, und sehen konnte der Offensivspieler, wie sein Konkurrent James Rodríguez rasch zur ersten Chance kam, welche aber abgeblockt wurde. Und dann sah Müller, wie James in die Schnittstelle auf Lewandowski passte und Bruma dem Stürmer mit einem Eigentor beim Rettungsversuch die Arbeit abnahm.