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Philippe Coutinho:Live-Präsentation in der 57. Minute

Willkommen in der Bundesliga: Philippe Coutinho betritt den Schalker Rasen.

(Foto: AFP)
  • Der FC Bayern siegt dank drei Lewandowski-Toren ungefährdet bei Schalke 04.
  • Dabei wird Zugang Philippe Coutinho erstmals eingewechselt, bleibt aber noch ohne die ganz großen Szenen.
  • Ob die Bayern nochmals auf dem Transfermarkt tätig werden, lässt Sportdirektor Salihamidzic offen.

Fast eine Stunde war gespielt, als sich ein Ereignis von größerer Relevanz an der Seitenlinie im Schalker Stadion abspielte. Philippe Coutinho war von der Torauslinie zur Bayern-Bank gekommen. Er machte sich kleidungstechnisch bereit, er wartete auf die Auswechslung von Thomas Müller, dann betrat er den Platz. Coutinho, 27, gerade erst aus Barcelona gekommen, so etwas wie der Münchner Königstransfer, startete in sein erstes Spiel als Bundesliga-Profi.

Das 3:0 auf Schalke hatte fast etwas von einer Live-Präsentation der teuersten Münchner Zugänge. Lucas Hernández begann in der Innenverteidigung, Benjamin Pavard rechts. Beide hatten schon zwei beziehungsweise 90 Bundesliga-Minuten im Bayern-Trikot gesammelt gegen Hertha BSC. In der 57. Minute begannen dann aber eben auch zwei Spieler, die noch nie für den FC Bayern in einem Pflichtspiel gekickt hatten: Ivan Perisic, Zugang von Inter Mailand, kam - und eben Coutinho, jener Spieler, den die Bayern erst Anfang der Woche vorgestellt hatten, der sie 8,5 Millionen Euro Leihgebühr kostet und den sie für 120 Millionen Euro fest vom FC Barcelona verpflichten können.

FC Bayern in der Einzelkritik

Was Coutinho macht, gelingt meist

Coutinho deutete auf dem Platz sehr schnell die Geschliffenheit seiner Technik an. Einmal tauchte er zudem vor dem Schalker Tor auf, wobei sich der S04-Torwart Alexander Nübel rechtzeitig den Ball schnappte. Einmal aber tunnelte Coutinho auch einen Gegenspieler, ließ sich fallen, bekam keinen Freistoß und leitete so einen Schalker Konter ein. Es war also nicht so, als hätte Coutinho in Gelsenkirchen Wunderdinge vollbracht, aber dazu fehlte ihm a) die Zeit und b) wohl auch die Fitness.

"Das macht wirklich Spaß, dem beim Fußballspielen zuzuschauen"

Hinterher war er trotzdem großes Thema, und die Zahlen und sein Name erklären, warum. Er sei "sehr glücklich", seine ersten 30 Minuten für die Münchner gespielt zu haben, sagte er hinterher. Und ebenfalls "sehr glücklich" war er über den Bayern-Sieg, was das Wichtigste sei. Wobei er auch sagte, dass er nun hart arbeiten wolle, um seine Fitness zu verbessern - Coutinho war im Sommer bei der Copa América und erst spät in die Saison eingestiegen.

Die Amtsträger der Münchner hatten hinterher viele positive Dinge zu berichten über ihren Zugang. Trainer Niko Kovac schränkte zwar angesichts der Copa ein, dass man nicht erwarten könne, "dass er High Level spielt und eine High-Level-Fitness hat". Man habe aber sehen können, "welche Fähigkeiten er am Ball hat und wie er sich in den Räumen bewegt". Sportdirektor Hasan Salihamidzic sagte: "Das macht wirklich Spaß, dem beim Fußballspielen zuzuschauen."

Und Kapitän Manuel Neuer beschrieb Coutinho als "positive[n] Typ, der natürlich alles geben möchte". Anfangs sei der Neue "sehr zurückhaltend gewesen, aber auf dem Platz ist das jemand, der dir immer helfen will, der immer den Ball haben will". Und Neuer sagte auch dies: "Das ist gut für unser Spiel, dass wir einen spielstarken Spieler dazubekommen haben, der auch Weltklasseniveau hat."