FC Bayern München:Salihamidzics offensive Botschaften passen gut in die bayerische Landschaft

Auf geradezu rührende, aber leider halt auch arg gönnerhafte und durchschaubare Weise versuchen die hohen Herren, den bisher maximal halb-hohen Salihamidzic im Bewusstsein der Menschen zu platzieren. Wie kürzlich Hoeneß, so hat nun auch Rummenigge den Sportdirektor demonstrativ sprechen lassen, er wolle ihn da "gar nicht reindrängen", sagte Rummenigge bei einer Presseveranstaltung in der Münchner Arena, "aber ich lese auch Zeitung und bin der Meinung, dass er sich ein Stück profilieren soll und auch muss". Im Übrigen sei der Brazzo, den alle nur noch "Hasan" nennen, "fleißig und mit Feuereifer dabei", und er bereite klug Dinge vor, "die uns ziemlich entspannt in die Zukunft schauen lassen".

Dazu zwei Fragen: Welche Zukunft jetzt genau? Und wird der ehemalige Brazzo die überhaupt mitgestalten dürfen, wenn der Verein irgendwann beginnt, sich auf Kahn als neuen Boss auszurichten?

Zwar wirkten Salihamidzics offensive Botschaften nicht sehr authentisch, zumal sie vom Bayern-unwürdigen Tabellenplatz drei aus versendet wurden, dennoch passen sie gut in die bayerische Landschaft. Der Verein bereitet sich mit einer gewissen Unruhe auf den Umbruch vor, auf allen Hierarchie-Ebenen menschelt es, und längst stellen sich die ganz großen Fragen: Wann kommt Kahn, und was machen dann Rummenigge und Hoeneß? Welche Rolle spielt Hasan/Brazzo dann, spielt er überhaupt noch eine? Kommt Kahn überhaupt, falls Rummenigge seinen Ende 2019 auslaufenden Vertrag um zwei Jahre verlängert? Was meint Hoeneß, wenn er sagt, man müsse sich Kahn bis dahin "warm halten"? Und findet es der große Kahn eigentlich gut, erst mal nur warmgehalten zu werden?

Bei so vielen Fragezeichen glauben die Bayern wohl, erst mal ein Ausrufezeichen setzen zu müssen. Hasan ist unser Mann! Sie brauchen einen Sportdirektor mit Macher-Image - zumindest, bis der Umbruch tatsächlich beginnt.

© SZ vom 12.12.2018/schm
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