FC Bayern Ribéry verklagt Magazin auf 400 000 Euro Schadensersatz

Franck Ribéry

(Foto: REUTERS)

"Closer" berichtete, der Bayern-Spieler sei in ein Verfahren wegen Prostitution verwickelt. Ribéry war aber nur als Zeuge geladen.

Bayern Münchens Franck Ribéry hat das Magazin Closer wegen Rufschädigung auf 400 000 Euro Schadensersatz verklagt. Der 32-Jährige sieht "seine Würde und sein Bild ernsthaft verletzt", heißt es der Nachrichtenagentur AFP zufolge in einem anwaltlichen Schreiben. Ribéry sei erneut Opfer von Beschuldigungen geworden. Ziel sei nur gewesen, "seinen Ruf zu beschädigen".

Das Magazin hatte Ribéry Verbindungen zur Prostitution unterstellt. In dem Closer-Bericht unter dem Titel "Der neue Skandal, der den französischen Fußball erschüttern wird" hatte es geheißen, Ribéry sei in ein Ermittlungsverfahren wegen Prostitution verwickelt. Der frühere französische Nationalspieler war Ende November von der Polizei als Zeuge vorgeladen gewesen, allerdings nicht als Beschuldigter, wie ein Polizeisprecher der AFP bestätigte.

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Erst im vergangenen Jahr war Ribéry freigesprochen worden, 2009 wissentlich mit einer damals minderjährigen Prostituierten Sex gehabt zu haben. Den Vorgang hatte er nicht bestritten, doch Ribéry hatte erklärt, das Alter der Frau nicht gewusst zu haben und für den Sex auch nicht bezahlt zu haben. Auch Nationalteam-Kollege Karim Benzema war in den Fall verwickelt.

Die Affäre "Zahia" hatte für den Fußballer keine juristischen Konsequenzen, beschädigte aber nachhaltig seinen Ruf in Frankreich. Der neue Bericht dürfte das moralische Urteil vieler Franzosen über den Bayern-Profi bestätigen.

Closer weist indes die Vorwürfe zurück. Man habe nur Informationen veröffentlicht, die auch von der Polizei bestätigt wurden, teilte ein Anwalt des Verlags Mondadori Magazine France mit.

Im November hatte Ribéry über seinen Anwalt bereits den US-Sender CNN verklagt, auf 1,5 Millionen Euro. CNN hatte einen Tweet über den Tod einer jungen Frau in einer Kältekammer mit einem Foto Ribérys in Verbindung gebracht, auf dem der Bayern-Profi in einer Kältekammer regenerierte. Sein Anwalt forderte: CNN müsse für den "erlittenen Schaden von Herrn Ribéry und seiner Familie" aufkommen, der durch die "Veröffentlichung und die Reaktionen darauf" entstanden sei.

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