Aktuelles LexikonDen Vogel zeigen

Hier schimpfte Vincent Kompany noch im Bereich des Erlaubten.
Hier schimpfte Vincent Kompany noch im Bereich des Erlaubten. Karl-Josef Hildenbrand/AFP

Die beleidigende Geste ist häufig im Straßenverkehr zu sehen, obwohl sie strafbar ist. Aber das gilt auch für andere Lebensbereiche, wie FC-Bayern-Trainer Vincent Kompany nun weiß.

Von Johanna Pfund

Im Grunde hat es kein Vogel verdient, mit dieser Geste in Verbindung gebracht zu werden – und doch werden das putzige Rotkehlchen, die wunderbar singende Amsel oder der majestätisch kreisende Adler täglich derart diskreditiert: Wenn nämlich jemand mit dem Zeigefinger an seine Stirn tippt, sagt man, er zeige demjenigen, den er dabei anblickt, den Vogel. Die Bedeutung dieser Geste ist allen klar: Dein Gehirn arbeitet nicht richtig. Woher Geste und Redewendung kommen, ist indes nicht ganz klar. Eine Erklärung besagt, im Mittelalter habe man angenommen, ein Vogel habe sich im Kopf der Menschen eingenistet, die nicht so dachten und sprachen, wie man es für üblich hielt. Wie auch immer, dieses Handzeichen ist bis heute gebräuchlich, gerade im Straßenverkehr ist es als solide nonverbale Beleidigung üblich und kann nach dem Strafgesetzbuch mit Geld- oder gar Freiheitsstrafe geahndet werden. Insofern hat FC-Bayern-Trainer Vincent Kompany Glück: Weil er dem Schiedsrichter beim Champions-League-Spiel gegen Real Madrid den Vogel zeigte, muss er beim nächsten Spiel auf die Tribüne. Was für ihn möglicherweise eine sehr, sehr harte Strafe darstellt.

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