FC BayernRadikaler Fehler mit Müller

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Thomas Müller: Glücklich war ich nicht SID

Thomas Müller in Madrid auf die Bank zu setzen, ist spieltaktisch nachvollziehbar. Und doch unterschätzte Bayern-Trainer Pep Guardiola die Wirkung seiner Entscheidung.

Kommentar von Thomas Hummel

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Kann man das so einfach machen? Thomas Müller im wichtigsten Spiel der Saison auf die Ersatzbank zu verpflanzen? Pep Guardiola kann.

Der Katalane ist ein Fußball-Radikaler. Aus dem Trauma vom 0:4 vor zwei Jahren gegen Real Madrid entstieg ein Trainer, der noch entschlossener und penibler seinen Ideen folgt. Damals hatte er auf Drängen der Mannschaft die Taktik verändert und war untergegangen. Das sollte ihm nie mehr passieren. Seitdem vertraut Pep Guardiola nur mehr sich und seinen Beratern.

Die Radikalen allerdings bewegen sich seit jeher in einem schmalen Korridor der Akzeptanz. Mit der Entscheidung, Thomas Müller nicht aufzustellen, hat sich der Bayern-Trainer angreifbar gemacht wie noch nie.

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Manuel Neuer bemängelt die erste Halbzeit, Philipp Lahm und David Alaba beklagen sich auch über den Rasen in Madrid. Reaktionen auf die Bayern-Niederlage bei Atlético.

Dabei sind seine spieltaktischen Argumente wie immer nachvollziehbar. Wer die Mitte verdichten, wer links und rechts zwei Flitzer dribbeln lassen will, für den bleibt nur eine Planstelle vorne übrig. In Lissabon besetzte sie Müller, diesmal Robert Lewandowski. Spätestens nach der Pause griff der Plan auch, die Münchner setzten Atlético Madrid unter Druck, wie es dieser wehrhafte Gegner schon lange nicht mehr erlebt hatte. Wäre das verdiente 1:1 gefallen, die Debatten wären mindestens abgeflacht.

Und doch unterschätzt Pep Guardiola die Wirkung, wenn er die fast einzig verbliebene Integrationsfigur des FC Bayern in diesem Spiel draußen lässt. Dieser Klub hat sich zwar binnen weniger Jahre in einem rauschhaften Tempo zu einer Weltmarke emporgesiegt, doch in seinem Inneren schlägt noch immer ein bayerisches Folkloreherz. Und niemand repräsentiert das mehr als der Bub aus Pähl am Ammersee. Thomas Müller ist der kleine Rest bayerischer Heimeligkeit im großen FC Bayern. Zudem ist er inzwischen Weltmeister und Champions-League-Sieger, eine Führungskraft im Team und Retter im Achtelfinale gegen Juventus mit seinem Tor in letzter Minute. Dass neben ihm mit Franck Ribéry der eingemeindete Franzosenbayer saß, tat sein Übriges.

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Guardiola wollte seine ganz spezielle spanische Klippe lieber ohne die lokalen Helden umschiffen. Das Ergebnis blieb das gleiche. Das Hinspiel des Champions-League-Halbfinals spielt Schicksal in der Münchner Mission Guardiolas: 0:1 bei Real Madrid 2014, 0:3 in Barcelona 2015, 0:1 bei Atlético Madrid 2016.

Alle drei sind starke Gegner. Doch bleibt der große FC Bayern mit diesem großen Trainer auch im dritten Jahr an der spanischen Hürde hängen, dann werden sie in München in Erinnerung an Pep Guardiola noch in Jahren den Mund verziehen. Er wird dann der sein, der Thomas Müller im wichtigsten Spiel auf die Bank gesetzt hat. Die Aufstellung im Rückspiel ist schon jetzt ein bayerischer Staatsakt.

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