FC-Bayern-Profi Breno:"Es sieht gut aus"

Lesezeit: 3 min

Breno ist zurück im Mannschaftstraining des FC Bayern und hat auch schon sein Comeback bei der Reserve gegeben. Der Brasilianer wirkt gelöst - für einen Neustart ist es aber noch zu früh: Die Ermittlungen wegen schwerer Brandstiftung laufen weiter, Breno ist nur auf Kaution frei.

Michael Neudecker

Breno steht am Spielfeldrand, die anderen kommen auf ihn zu, dann fliegen die Bälle. Breno hält das Netz auf, dreht es, er atmet Wölkchen in die kalte Luft. Er fängt alle Bälle, und dann schultert er das Ballnetz wie einen schweren Sack. Ein normaler Trainingstag an der Säbener Straße, auf dem Klubgelände des FC Bayern, nur ohne die Nationalspieler, die diese Woche bei Länderspielen waren und erst seit Mittwoch zurück sind.

FC Bayern Muenchen Training

Breno ist zurück an der Säbenerstraße: Seit ein paar Tagen nimmt er wieder regelmäßig am Mannschaftstraining teil.

(Foto: dapd)

Das Training ist jetzt vorbei, fast zwei Stunden hat es gedauert, die Spieler gehen ins Klubhaus. Bälle einsammeln ist im Fußball eine Hierarchiefrage, es ist der Job der Jungen, der Frischlinge. Und jetzt stehen da der Dolmetscher des Japaners Takashi Usami - und Breno, 21, Ablösesumme rund zwölf Millionen Euro.

Man könnte sagen: Breno, der so talentierte Brasilianer, startet derzeit seine Karriere neu. Vielleicht sogar sein ganzes Leben, aber da ist vieles noch zu ungewiss, es wird immer noch wegen schwerer Brandstiftung ermittelt, noch ist unklar, wann Anklage erhoben wird. Er ist auf Kaution frei, und wenn er geduscht ist, wird er tun, was er jeden Abend tut: Er wird zur Polizei fahren und unterschreiben. Er muss sich jeden Tag auf der Dienststelle melden, das ist eine der Auflagen der vorübergehenden Freilassung.

Es ist nun ein paar Wochen her, dass in allen deutschen und vielen brasilianischen Medien über Breno berichtet wurde, den Fußballer vom FC Bayern, der in scheinbar alkoholisiertem Zustand sein Haus angezündet haben soll. Von psychischen Problemen war die Rede, von Depressionen und sonst was - von Dingen, über die doch kaum einer so wirklich Bescheid wusste. Breno selbst schwieg in der Öffentlichkeit, natürlich tut er das, was sein Anwalt ihm empfiehlt.

Drüben, zwischen dem Eingang zur Geschäftsstelle und dem Trainingsplatz, steht Christian Nerlinger, der Sportdirektor der Bayern. "Es gibt nicht viel zu sagen", sagt er. Ob es Breno gut gehe? "Es sieht gut aus", sagt er, dann geht er. Was sonst soll er auch sagen, es ist viel genug über Breno geredet worden. Trainer Jupp Heynckes hat neulich gesagt, Breno mache "sehr gute Fortschritte", er habe "keine Probleme mehr mit dem operierten Knie".

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