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FC Bayern in der Champions League:Etwas Erlösung statt vertiefte Krise

Olympiacos FC v Bayern Muenchen: Group B - UEFA Champions League

Trifft derzeit, wann, wo und wie er will: Robert Lewandowski (im dunklen Trikot) spitzelt den Ball zur Münchner 2:1-Führung ins gegnerische Tor.

(Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images)
  • Der FC Bayern rettet sich in der Champions League zu einem 3:2 in Piräus.
  • Robert Lewandowski trifft doppelt (34./62. Minute), Corentin Tolisso schießt das zwischenzeitliche 3:1 (75.) für Bayern.
  • Für Piräus treffen Youssef El-Arabi (23.) und Guilherme (79.).
  • Hier gibt es den Liveticker zum Nachlesen.

Hauchdünn liegt in diesen Tagen beim FC Bayern die Erlösung vom Beginn der nächsten schweren Krise entfernt, aber dass es gleich so eng beieinander sein sollte? Eckball für die Bayern in Piräus, ein Kopfball von Thomas Müller, der Ball fliegt zu Robert Lewandowski. Der Angreifer steht auf den Millimeter genau auf der gleichen Höhe mit dem letzten Verteidiger, vielleicht auch einen Millimeter weiter vorne oder hinten. Lewandowski springt der Torwart entgegen, eigentlich ist kein Platz mehr, um den Ball zu schießen. Lewandowski aber streichelt ihn mit der Außenseite des rechten Schuhs ins Tor, mit der Kraft eines Atemzuges.

So wenig lag am Dienstag zwischen etwas Erlösung und einer vertieften Krise.

3:2 (1:1) gewann der FC Bayern bei Olympiakos Piräus, er hat nun alle drei Gruppenspiele in der Champions League gewonnen, es ist eine souveräne Bilanz. Doch auch am Dienstag war das Spiel der Münchner fehleranfällig, behäbig, teilweise uninspiriert. Bis zur Streicheleinheit von Lewandowski war es eine enge Partie, und auch bis zum Abpfiff noch einmal. Aber immerhin: Das Ergebnis stimmte wieder.

"Wir tun uns im Moment nicht leicht", sagt Trainer Kovac

"Das war ein Arbeitssieg, muss man ganz klar sagen", sagte Trainer Niko Kovac: "Wir tun uns im Moment nicht leicht." Kapitän Manuel Neuer sagte sogar: "Wir haben uns auch wieder schwer getan." Dem Torwart fehlte vor allem "die Selbstverständlichkeit, die wir eigentlich haben".

Die Reise nach Piräus sollte dem FC Bayern ja auch eine erholsame Abwechslung in unruhigen Zeiten bieten. In der Liga ist die Mannschaft so schlecht gestartet wie seit neun Jahren nicht mehr, sie hat gegen Hoffenheim verloren, gegen Augsburg spät den Ausgleich kassiert, es gab Diskussionen um die Aufstellungen von Kovac, darum, warum Müller und der von Präsident Uli Hoeneß heftig empfohlene Javier Martínez so wenig spielen. In der Champions League dagegen hatte sich die Mannschaft bislang bravourös präsentiert. Zwei deutliche Siege, einen davon bei Tottenham Hotspur, dem Finalisten der vergangenen Saison. Noch so ein Abend wie jener beim 7:2 in London vor gerade einmal drei Wochen, das würde in diesen angespannten Zeiten ein bisschen Ruhe reinbringen. Oder etwa nicht?

Kovac unternahm einiges, um die Lage zu entspannen. In der Startelf standen Martínez und Müller, Letzterer erstmals gemeinsam mit Philippe Coutinho. Die Abwehrmitte ohne ihren Chef, den monatelang verletzt ausfallenden Niklas Süle, bildeten Lucas Hernández und Benjamin Pavard; Jérôme Boateng saß auf der Bank. Es war eine Aufstellung, die Kovac energisch als seine eigene vorstellte. Es war aber auch eine Aufstellung, die Rücksicht nahm auf die zuletzt bedrückte Stimmung.

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Und dennoch verlief die Partie erst einmal schleppend. Piräus stellte die Bayern gut zu, mit zwei Riegeln vor dem eigenen Tor, dazu attackierten sie spätestens im Mittelfeld, auffälligerweise ließen sie nur Javier Martínez meistens in Ruhe. Die Bayern waren zunächst recht statisch auf der Suche nach den Lücken, sie spielten einige Fehlpässe. "Wir haben es in der ersten Halbzeit wieder sehr langsam gemacht", ärgerte sich Kovac nach dem Abpfiff.