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FC Bayern München:Fans schaden sich selbst

Der Ticket-Schwarzmarkt soll in der kommenden Saison auch von der Deutschen Fußball-Liga stärker bekämpft werden. Auf der Homepage bundesliga.de sollen zu Saisonbeginn am 22. August alle legalen Zweitmärkte der Vereine auf einer Seite verlinkt werden, langfristig plant die Liga eine eigene Zweitmarktplattform für alle 36 Profi-Klubs, die zur Saison 15/16 stehen soll. Aktuell besitzen neben Bayern München unter anderem Schalke 04, der FC St. Pauli oder der 1. FC Köln einen offiziellen Zweitmarkt, viele Vereine arbeiten daran.

"Wir sind der Überzeugung, dass wir zumindest faire Rahmenbedingungen schaffen müssen", sagte DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig. "Natürlich ist es utopisch zu sagen, der Schwarzmarkt sei jetzt sofort ausgetrocknet, die Plattform muss sich erst durchsetzen. Es muss das Ziel sein, wenn ich in eine Suchmaschine 'Bundesliga Tickets' eingebe, dass der offizielle Ticketzweitmarkt unter den ersten Treffern ist." Man werde auch juristisch verstärkt gegen Missbrauch vorgehen.

Das zumindest ist in Deutschland für die Vereine schwieriger als in anderen Ländern, sagt Sportrechtsexperte Felix Holzhäuser. "Der Ticketzweitmarkt ist ein guter Schritt, aber es ist nur eines von vielen Puzzle-Teilen. Entscheidend ist ein stimmiges Gesamtkonzept der verschiedenen Marktteilnehmer." Es sei vor allem wichtig, den Fans zu erklären, dass sie sich mit der Strategie, Tickets teurer weiterzuverkaufen, langfristig selbst schaden.

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Die Ticketpreise in Deutschland sind vergleichsweise niedrig, das müsse aber nicht so bleiben. Die Klubs könnten die höheren Preise auch selbst setzen und so den möglichen Gewinn behalten. Gegen den Schwarzmarkt selbst könne man nur langsam vorgehen. "So etwas ist ein Prozess über mehrere Jahre. Die Strukturen sind sehr etabliert", sagt der Anwalt, der Vereine besonders im Bereich Ticketing berät.

Ob der offizielle Ticketzweitmarkt sich durchsetzen wird, ist also noch ungewiss. Sowohl der FC Bayern als auch die DFL geben zu, ein Stück weit auf die Ehrlichkeit der Käufer zu setzen. Die ersten Tage sei die Plattform jedenfalls schon entsprechend genutzt worden, sagt Dreesen. Nur schnell müsse man sein. Die Tickets seien durchschnittlich eine Minute und zehn Sekunden online.