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FC Bayern München:Klopp kritisiert Schiedsrichter

Als die Einzelkünstler Ribéry und Robben zu Beginn der zweiten Halbzeit erkannten, dass sie im Zusammenspiel noch stärker glänzen können, entstand das, was van Gaal so gerne mit "Chancen kreieren" umschreibt. Ribéry spielte einen feinen Doppelpass mit Thomas Müller und legte dann geschickt auf Robben, der zur 2:1-Führung einschob.

"München ist ein brutal starker Gegner, die individuelle Klasse ist unglaublich hoch", attestierte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp nach dem Spiel. "Wenn gegen den FC Bayern nicht alles klappt, dann hast du keine Chance."

Neben der mangelhaften Chancenverwertung seiner Mannschaft ("Aus elf großen Chancen haben wir gerade mal ein Tor erzielt") prangerte Klopp auch zwei fragwürdige Entscheidungen von Schiedsrichter Knut Kircher vor den letzten beiden Treffern an, dem 2:1 sei ein Foul vorausgegangen, vor seinem Treffer zum 3:1 sei Mario Gomez im Abseits gestanden. Klopp schränkte jedoch ein: "Das ist nicht als Vorwurf gemeint. Ich will nur verdeutlichen, dass einfach alles passen muss, wenn man in München gewinnen will."

Es passte nicht alles bei Borussia Dortmund, und gegen einen FC Bayern in dieser Verfassung werden sich nicht nur Bundesliga-Vereine schwer tun. Es hat sich eine Mannschaft gefunden in München, die nicht nur durch individuelle Klasse besticht, sondern auch mit durchdachtem Zusammenspiel - und die deshalb auch die grotesken Fehler der beiden Innenverteidiger zu einer Randnotiz machen. "Wer sagt denn, dass Florenz besser ist als Dortmund", fragte Louis van Gaal auf die Frage, ob sich die Mannschaft im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League ähnliche Fehler würde leisten können. "Wir müssen auf uns schauen, dann ist alles in Ordnung."

Das tat er dann auch gleich selbst. Wie schon gegen Fürth holte er auch am Samstag Franck Ribéry vorzeitig vom Feld. "Jeder Spieler will 90 Minuten spielen", sagte van Gaal. "Aber das entscheiden nicht die Spieler. Das entscheide ich." In diesem Moment wirkte er nicht mehr wie der liebevolle Vater, sondern wieder wie der gestrenge Trainer.

© sueddeutsche.de/hum
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