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FC Bayern München:"Im Moment ist das nur heiße Luft"

Steht im Aufgebot gegen Hoffenheim: Nationalspieler Jérôme Boateng.

(Foto: AFP)
  • Vor dem Saisonstart gegen 1899 Hoffenheim sind die letzten Personalien beim FC Bayern noch nicht geklärt.
  • Aber Cheftrainer Niko Kovac geht von einem Verbleib von Jérôme Boateng aus, auch dem wechselwilligen Sebastian Rudy verspricht er Einsatzzeiten.
  • Hier geht es zum Spielplan der Bundesliga.

Von Benedikt Warmbrunn

Manuel Neuer hat in diesem Sommer schon im Pokal gespielt und auch im Supercup, in beiden Partien kassierte er kein Gegentor; außerdem hat er in diesem Sommer schon bei einer Weltmeisterschaft gespielt, bei der er das eine oder andere Gegentor zu viel kassiert hat, auch wenn er daran schuldlos war. Neuer ist also schon wieder im ganz normalen Manuel-Neuer-Modus angekommen, er spielt und spielt und spielt, und so ist es wieder ganz selbstverständlich, dass auf dem Spielberichtsbogen an erster Stelle eine "1" steht, dazu der Name "Manuel Neuer".

An diesem Freitagabend (20.30 Uhr) startet der FC Bayern gegen die TSG Hoffenheim in die neue Bundesligasaison, und ganz oben auf dem Spielberichtsbogen wird an erster Stelle eine "1" stehen und dazu der Name "Manuel Neuer", aber ganz selbstverständlich ist das nicht: In der Bundesliga hat der Torwart zuletzt Mitte September gespielt, vor dann elf Monaten und acht Tagen. "Schon seine Präsenz flößt den Gegner Respekt ein", sagt Niko Kovac am Donnerstagmittag, "er gibt auch meiner Mannschaft Rückhalt." Viel mehr sagt Kovac zu dieser Rückkehr nicht. Neuer im Tor des FC Bayern, das ist ja schon wieder Alltag.

Kovac referiert am Donnerstag entspannt über die personelle Lage seiner Mannschaft. Gut, Serge Gnabry fehlt wegen Beschwerden im Oberschenkel, aber zum einen sind die Beschwerden nicht allzu dramatisch, und zum anderen ermöglicht dieser Ausfall Kovac, mindestens einen aus dem nach wie vor unbremsbar ehrgeizigen Duo Franck Ribéry/Arjen Robben garantiert einzusetzen. Ansonsten hat Kovac die freie Auswahl, was bedeutet, dass in den vergangenen Tagen nichts passiert ist. Niemand hat sich verletzt. Und niemand hat den Verein verlassen.

Erst am vergangenen Sonntag hatte Uli Hoeneß, der Präsident, gesagt, dass er erwarte, dass "in den nächsten Tagen" etwas geschehen werde, er meinte damit einen Wechsel von Sebastian Rudy. Geschehen ist jedoch bisher lediglich, dass RB Leipzig aus finanziellen Gründen von einer Verpflichtung des Mittelfeldspielers absieht. Übrig bleibt als Interessent Schalke 04. Dessen Sportvorstand Christian Heidel sagt am Donnerstag jedoch betont ausweichend: "Stand heute gibt es da nichts Neues." Und Kovac sagt in München: "Sollte Sebastian Rudy hierbleiben, ist er ein Spieler von Bayern München wie jeder andere auch." Er verspricht zudem, dass der Nationalspieler "auch Einsatzzeiten bekommen" würde, er sei ja "auf jeden Fall" ein "sehr, sehr guter Spieler".

Auch Juan Bernat will Kovac nicht verkaufen

Auch über einen Verkauf von Jérôme Boateng hatte Hoeneß am Sonntag gesprochen, er hatte die Chancen auf "fünfzig-fünfzig" eingeschätzt. Am Donnerstag spricht Kovac zumindest über diese Personalie etwas zuversichtlicher: "Im Moment ist das nur heiße Luft." Dann schwärmt er von den Möglichkeiten, die er als Trainer in der Innenverteidigung hat, mit dem Trio aus Boateng, Mats Hummels und Niklas Süle. "Das sind drei Weltklasse-Innenverteidiger. Solch ein Trio gibt es in Europa vielleicht noch zwei-, dreimal. Ich wäre froh, wenn ich diese drei Spieler noch weiter hätte." Das gilt übrigens auch für Juan Bernat. Dem Spanier hatte Kovac im Pokal auf der linken Außenverteidigerposition noch Rafinha vorgezogen, gesetzt ist dort für den Trainer der zuletzt angeschlagene David Alaba. Dass er Bernat gerne noch verkaufen würde, dem widerspricht Kovac dennoch entschieden: "Ich wäre froh, wenn uns keiner mehr verlässt."

Wie er in seinem ersten Bundesligaspiel als Trainer des FC Bayern spielen lassen will, das verrät Kovac am Donnerstagmittag nicht. Am Freitagvormittag wird er die Mannschaft für eine kurze Einheit um sich versammeln, anschließend geht es gemeinsam ins Hotel. Dort will er dann mit den Spielern sprechen, die nur auf der Tribüne sitzen werden, vielleicht, sagt er, auch mit denen, die erst einmal auf der Bank Platz nehmen müssen. Dass das nicht immer leicht sein wird, weiß Kovac bereits, er sagt: "Die, die spielen, sind Superstars. Die, die auf der Bank sitzen, sind auch Superstars. Und die, die auf der Tribüne sind, sind auch Superstars."

Und im Tor steht selbstverständlich Manuel Neuer.

© SZ vom 24.08.2018/schma
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