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FC Bayern München:Der Alleingang des Patriarchen

Uli Hoeneß kritisiert Trainer van Gaal scharf und wirft ihm vor, er höre nicht auf die Meinung anderer. Der Bayern-Präsident überrascht damit seinen Verein und riskiert, sich selbst zu isolieren.

Thomas Hummel

Rolf Töpperwien saß neben Uli Hoeneß und blickte aus den bekannt tiefen Stirnfalten heraus ins Studio. Die Augen unter den tiefen Stirnfalten wurden allerdings immer größer. Im späteren Teil der Fußball-Gesprächsrunde beim Fernsehsender Sky musste man davon sprechen, dass der 60-Jährige seine Augen aufriss.

Louis van Gaal, Uli Hoeness

Freunde fürs Leben? Wohl nicht. Bayern-Präsident Uli Hoeneß (l.) und Trainer Louis van Gaal.

(Foto: AP)

Der frühere TV-Journalist, der gerne und mit Begeisterung die menschlichen Befindlichkeiten im tosenden Fußballzirkus betonte, erkannte sogleich die Tragweite des Moments. Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München, kritisierte seinen Trainer Louis van Gaal. Und das ist einer Art und Weise, die Töpperwien "sogar explosiv" nannte.

Eine Stunde nach dem grandiosen Spitzenspiel in Mainz lancierte Uli Hoeneß seine Angriffe, die in München tatsächlich einschlugen wie tennisballgroße Hagelkörner und noch nicht absehbare Schäden verursachten. Noch während der Sendung erklärte der 58-Jährige, dass dies keineswegs spontan und in einer Art Übersprungshandlung geschah, sondern dass er vorher "einige Minuten darüber nachgedacht" habe, was er hier sage.

Was sagte Hoeneß also: Zunächst drückte er seine Verwunderung aus, dass am Freitag mehrere Spieler, denen Trainer van Gaal zuletzt kaum mehr vertraute, die Partie gegen den SC Freiburg (4:2) für seine Bayern entschieden. "Ich finde, man hat die Spieler aus der zweiten Reihe zu lange nicht stark gemacht", begann Hoeneß, "wir haben ständig darüber diskutiert, dass Spieler wie Demichelis weggehen können, Gomez kann weggehen, Altintop kann weg gehen, Timoschtschuk." (Demichelis, Gomez und Timoschtschuk schossen gegen Freiburg Tore.) Man könne heutzutage nur Erfolg haben, wenn man alle 20 Spieler bei Laune halte, führte der Präsident weiter aus. "Das ist in der Vergangenheit nicht immer gelungen." Eine deutliche Schelte an Trainer Louis van Gaal.

Doch dabei beließ es Hoeneß nicht: Er bemängelte eine Aussage van Gaals, dass bei Bayern stets von außen Druck gemacht werde. Er führte an, dass es schwierig sei, mit van Gaal zu reden, dass der Niederländer keine anderen Meinungen gelten lasse. Doch "ein Fußballverein darf keine One-Man-Show werden". Übersetzt: Van Gaal soll die Entscheidungen mit Vorstand und Präsidium absprechen, soll die dortige Kompetenz einbeziehen. Genauer: Er, Uli Hoeneß, möchte ernst genommen werden und mitreden.

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