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FC Bayern München:Ancelotti wehrt sich gegen Vorwürfe bezüglich seines Trainings

So müssen die Bayern nun also tun, was sie tun müssen: Sie müssen voller Überzeugung einen Trainer stützen, von dem sie zumindest nicht so hemmungslos überzeugt sind, wie das öffentlich klingt. Zwar verwahrte sich Ancelotti am Freitag gegen Vorwürfe, wonach Bayerns Bosse sein Training als zu wenig intensiv kritisiert hätten ("das ist nicht wahr"); verbürgt ist aber, dass es bereits vor Monaten Debatten mit dem Trainer zu dem Thema gab - ebenso über Ancelottis lockeren Umgang mit Spielern, die er zum Geburtstag der Oma ins Ausland fliegen lässt und nicht kritisiert, wenn sie mit Verspätung zurückkehren.

Gegen Real und den BVB seien zuletzt "Dinge passiert, die man nicht beeinflussen kann", sagt Rummenigge nun aber sicherheitshalber und nennt "Verletzungen und Schiedsrichter-Entscheidungen", und manchmal habe "auch das nötige Glück gefehlt". Diese Argumentationskette soll ein weiteres Jahr mit Ancelotti ermöglichen, denn so ist es ja auch wieder: Die Bayern sind nicht krachend genug gescheitert, um auf dieser Position zwingend Grausamkeiten begehen zu müssen.

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So bleibt den Münchnern nichts anderes übrig, als eine Doppelstrategie zu fahren: Sie müssen in der Gegenwart ihre hohen Ansprüche erfüllen und gleichzeitig die Zukunft vorbereiten. Ihren Trainerkandidaten werden sie nächste Saison beim Stresstest in der Champions League zuschauen können, und am Spielerkader werden sie kurz- und mittelfristig herummodellieren müssen. Neben den bereits verpflichteten Hoffenheimer Nagelsmann-Schülern Niklas Süle und Sebastian Rudy werden die Kaderplaner versuchen, einen Angreifer anzuwerben, der im Verletzungsfall Robert Lewandowski ersetzen kann, aber nicht auf dessen Mittelstürmerrolle fixiert ist - was auf den Chilenen Alexis Sanchez vom FC Arsenal zuträfe. Auch an einer Autorität im Mittelfeld, die den Stimmungsspieler Arturo Vidal entlastet, könnte Bedarf bestehen: Der von Ancelotti geschätzte Italiener Marco Verratti (Paris) wird ebenso gehandelt wie der junge Schalker Mentalitätsspieler Leon Goretzka. Perspektivisch müssten auch die Flanken neu ausgestattet werden, Arjen Robben und Franck Ribéry werden nicht ewig fliegen.

Kann sein, dass einiges davon irgendwann ein neuer Trainer entscheiden muss, wobei Julian Nagelsmann am Freitag im Rahmen seiner öffentlichen Kabarettrunde noch angemerkt hat, er besitze "übrigens auch einen gelben Mantel".

Abgesehen davon, dass man diesen gelben Duffle Coat sehr gerne mal sehen würde, stellt sich die Frage: Ist das - uiuiui - etwa ein Hinweis auf Borussia Dortmund?

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