FC Bayern Mit dem Leder einer oberbayerischen Kuh

Für Siegel steht fest: Diese Meisterschaft - und die dadurch wachsende Fangemeinde - hat erst den Grundstein gelegt für spätere Erfolge, auch wenn die nächste Meisterschaft 37 Jahre auf sich warten ließ. Dabei war es keine hervorragende Saison, die der FC Bayern da gespielt hatte. In 43 Spielen gab es immerhin zehn Niederlagen, darunter ein 2:6 gegen den TSV 1860 München am 17. Spieltag, vor 22.000 Zuschauern im Grünwalder Stadion.

20-mal feierte der FC Bayern bis heute am Münchner Marienplatz eine Deutsche Fußball-Meisterschaft. Zum ersten Mal 1932.

(Foto: Foto: dpa)

Doch gegen Ende der Saison wurden die Bayern, von Trainer Richard Dombi taktisch gut eingestellt, immer stärker. Zum Finale war die Euphorie groß, Tausende Fans reisten nach Nürnberg, viele sogar mit dem Fahrrad. Insgesamt sahen 58.000 Zuschauer das Finale. Die Partie, vor allem die zweite Halbzeit, brachte den Bayern Sympathien ein, weil Frankfurt recht hart zu Werke gegangen war.

Der jüdische Präsident musste bald gehen

Doch 1932 war ein Jahr, das für viele das Ende der Unbeschwertheit markiert. Die Meisterschaftsfeier war eines der letzten bunten Spektakel, bevor die Feiern braun wurden. Für den FC Bayern waren die Folgen fatal: Der jüdische Präsident Landauer musste gehen, Trainer Dombi und viele andere ebenfalls. Das Nazi-Regime hat dem Verein womöglich wertvolle Jahre geklaut. Die Münchner Nachrichten kommentierten die jubelnden Anhänger: "...hunderttausend ohne Unterschied des Standes und der politischen Einstellung.'' Und Siegel sagt: "1932, das war eine Episode, die Spaß gemacht hat. Sie ist nur vorbei gegangen wie ein Komet.''

Heute ist Uri Siegel 84 Jahre alt. Bayern-Fan ist er natürlich immer noch, auch wenn er die heutigen Fußballspieler ein wenig "hochnäsig'' findet. Ihm ist es auch recht egal, wie viele Meisterschaften der FC Bayern noch holen wird: "Ich verbinde mit dem FC Bayern in erster Linie meinen Onkel.'' Und so ist das wohl für jeden Fan: Es geht vor allem um die ganz persönlichen Erinnerungen, die an einem Verein haften.