FC Bayern:Überraschendes von Lewandowski

Aber es haben sich in diesen drei Spielen auch einige Akteure als stabilisierende Faktoren erwiesen, Angreifer Robert Lewandowski zählt durchaus dazu. Schon gegen Wolfsburg traf er zweimal (und bereitete ein Tor vor), gegen Athen einmal, und nun in Mainz tat er ein paar Dinge, mit denen sein Name gemeinhin nicht unbedingt in Verbindung gebracht wird. An auffallend vielen Orten des Spielfeldes hat er sich in Zweikämpfe geworfen, und er hat ein paar sehenswerte Vorlagen gespielt, zum letztlich erfolglosen Konter-Sprint von Verteidiger Niklas Süle (79.) über den ganzen Platz etwa und eben auch zu Thiagos Siegtor.

Noch mehr erweist sich in diesen Tagen aber dieser Thiago als Münchner Arbeiterführer. "Thiago oder nix", das waren bekanntlich die Worte, mit denen Münchens ehemaliger Trainer Pep Guardiola bei den Klub-Patriarchen um dessen Transfer aus Barcelona warb. Auch wenn der Mittelfeldakteur in seiner inzwischen fünfjährigen Tätigkeit für den FCB schon sehr gute Phasen hatte, so drängt sich in diesen Tagen noch mal besonders die Frage auf, was los wäre, wenn sich die Münchner damals für nix entschieden hätten.

Wie schon in den vergangenen Partien war der Spanier auch in Mainz die Schaltzentrale des Spiels - und der Einzige, der in seinen Aktionen grundsätzlich sicher wirkte. Nebenbei führte und gewann er auch ziemlich viele Zweikämpfe und rannte zudem mehr als jeder Mitspieler (12,08 Kilometer). Nur manchmal konnte er einem leid tun, weil er dann wie ein Dirigent wirkte, der sein Orchester gerne zu einem Spiel antreiben würde, das der Berliner Philharmonie würdig ist - der es aber dann schon als zufriedenstellend werten muss, wenn niemand den Einsatz verpasst.

Es gehört aus Münchner Sicht zu den glücklichen Fügungen, dass im Moment ihrer Krise leichtere Gegner wie Wolfsburg, Athen oder Mainz anstanden und nun ähnliche Kaliber wie der Viertligist Rödinghausen (DFB-Pokal), Freiburg (Bundesliga) und wieder Athen (Champions League) folgen. Erst danach geht es gegen einen wirklich schweren Kontrahenten, zum Bundesliga-Spitzenspiel bei Borussia Dortmund. "Wir dürfen uns bis dahin nicht damit zufrieden geben, nur Spiele zu gewinnen", sagte Joshua Kimmich, "sondern auch die Art und Weise muss passen."

© SZ vom 29.10.2018/jbe
Zur SZ-Startseite
FSV Mainz 05 - Werder Bremen

FC Bayern in der Einzelkritik
:Müller setzt Zeichen

Der Offensivspieler kickt von Anfang an - und ist engagiert. In der Innenverteidigung deutet sich eine neue Rollenverteilung an. Und ohne Thiago geht nix. Der FC Bayern beim 2:1 in Mainz in der Einzelkritik.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB