Liverpools Sadio Mané Auf ihn müssen die Bayern besonders achten

Spielt gut, wenn er das Vertrauen spürt: Sadio Mané.

(Foto: Getty Images)
  • Sadio Mané ist aktuell der formstärkste Spieler beim FC Liverpool, am Abend trifft er im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League (21 Uhr) auf den FC Bayern.
  • Er hat sich prächtig entwickelt in Liverpool - auch, weil er das Vertrauen von Trainer Jürgen Klopp spürt.
  • Hier geht es zum Liveticker der Partie FC Bayern gegen Liverpool.
Von Sven Haist

Sadio Mané kann es jetzt also auch in der Mitte. Es war ein gewöhnliches Ligaspiel Ende Februar gegen den FC Watford, als dem FC Liverpool Roberto Firmino fehlte; jener der drei Angreifer, der üblicherweise als Mittelstürmer aufläuft. Anstatt Firmino mit Divock Origi oder Daniel Sturridge zu ersetzen, wuchtigen Angreifern, stellte Trainer Jürgen Klopp Mané auf. Der schoss zwei Tore. Und so stand am Ende eines gewöhnlichen Spiels eine für Liverpool außergewöhnlich wichtige Erkenntnis: Der filigrane Flügelstürmer Mané, seit bald drei Jahren in Liverpool, kann sich nun auch da behaupten, wo der Widerstand am größten ist.

Noch vor ein paar Wochen war vom senegalesischen Angriffssprinter vor allem als Teil des Angriffstrios die Rede, das in der Geburtsstadt der Beatles unter dem Kürzel "Fab Three" groß aufspielt: Mo Salah, Firmino und eben Mané. Doch als Letzter der drei hat sich Mané zum eigenständigen Torjäger entwickelt. Mit zwei Treffern beim 4:2 über Burnley am Sonntag ist es ihm gelungen, in sechs aufeinander folgenden Heimspielen zu treffen. In der Torschützenliste der Premier League fehlen ihm mit 16 Treffern bloß zwei Treffer auf den Führenden Sergio Agüero von Manchester City. Nie zuvor in seiner Karriere war er so gut.

Nachdem Firmino zuletzt immer mal wieder mit seinem Körper zu kämpfen hatte und Salah an die Topform aus der Vorsaison nicht so recht herankommt, hält Mané, 26, seinen Klub in der Meisterschaft und der Champions League auf Kurs. Der Tabellenzweite der Premier League setzt nach fünf Auswärtsniederlagen in der Königsklasse, darunter das verlorene Finale gegen Madrid, im Rückspiel auf die Explosivität seines formbesten Spielers. Schon beim 0:0 im Hinspiel hatte Mané mit seinem scheinbar mit erlaubten Mitteln nicht zu bändigenden Antritt dafür gesorgt, dass sein Gegenspieler, Rechtsverteidiger Joshua Kimmich, nun gelbgesperrt fehlt.

"Auf mich wirkt er abgeklärter", sagt Manés alter Trainer

In der Wintervorbereitung 2014 stiftete Mané beim Rekordmeister schon mal Unruhe: 3:0 gewann RB Salzburg in einem Testspiel gegen die damals von Pep Guardiola trainierten Bayern, Mané schoss ein Tor und ließ Guardiolas Experiment scheitern, eine Dreierkette in der Abwehr aufzustellen. Zu den Zeugen dieses Spiels gehörte Oliver Glasner, der Mané als Assistenzcoach in Salzburg zwei Jahre lang begleitete.

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Inzwischen ist Glasner, 45, Cheftrainer bei LASK Linz. Wenn er sich an Mané erinnert, sagt er: "Im Torabschluss lag sein größtes Potenzial. Zu Beginn hat er sich vorwiegend an den Seiten aufgehalten, wodurch er mehr auf Assists aus war. Seine Spielweise hat sich dann in Liverpool stetig nach innen verlagert, so dass er häufiger den Weg zum Tor suchen kann. Auf mich wirkt er jetzt im Strafraum viel ruhiger und abgeklärter als früher."

Salzburg hatte Mané im Sommer 2012 für rund vier Millionen Euro aus Metz verpflichtet, nachdem er zuvor beim Olympischen Fußballturnier in London für den Senegal mit Dynamik, Fleiß und Spielfreude aufgefallen war. Bei seiner Ankunft in Salzburg zog er sich anfangs wegen mangelnder Sprachkenntnisse zurück, erzählt Glasner. Mané habe sich in den ersten Tagen vor lauter Schüchternheit nicht getraut, sich etwas zu Essen zu bestellen. "Damit rechnet man natürlich nicht. Im Fußball werden Spieler für Heroen gehalten, die alles können. Dabei stehen meist zerbrechliche Menschen dahinter."