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FC Bayern:Lewandowski ist nicht die erste Baustelle der Münchner

Während Salihamidzic seine Sätze mit einem gewissen Ernst vortrug, blieb der Kritisierte sehr viel gelassener. "Das sind dumme Sachen, die musst du einfach wegschmeißen", sagte Lewandowski fast schon entschuldigend. "Ich kenne seine Geschichte, aber ich sage dazu lieber nix", deutete er dann noch in Hamanns Richtung an, ohne seinen Gedanken zu konkretisieren.

Tatsächlich gibt es am FC Bayern gerade mehr zu kritisieren als in den vergangenen Spielzeiten - aber angesichts der anhaltend kurios fallenden Gegentore (Frage an David Alaba: "Wie kann es sein, dass sich der FC Bayern ständig Tore aus dem Nichts fängt?" Antwort Alaba: "Tja, das ist eine wirklich gute Frage.") ist ein Stürmer tatsächlich nicht die erste Baustelle der Münchner.

Lewandowski hat in 29 Pflichtspielen 25 Tore geschossen und zehn vorbereitet - pro Arbeitstag ist er also an mehr als einem Tor beteiligt. Das deutet nicht direkt auf "lustloses Verhalten" hin - zumal er nach seinem nicht-vollzogenen Wechsel zu Real Madrid im Sommer eher so wirkte, als sei er mit den Gedanken wieder mehr in München. In der Hinrunde hatte der Pole hin und wieder Durchhänger - aber seitdem Trainer Kovac das System umgestellt hat und hinter Lewandowski eine echte Nummer zehn spielen lässt (gegen Schalke war das der überzeugende James), tut sich die Nummer neun leichter. Den Eindruck hat auch Lewandowski: "Wenn mehr Spieler im Strafraum sind, können sich nicht alle Verteidiger auf mich konzentrieren."

Seit dem Verkauf von Sandro Wagner nach China ist der Pole übrigens wieder der einzige Stürmer im Kader - der FC Bayern ist also noch ein bisschen abhängiger von seiner Leistung. Und vielleicht muss man den Fakt berücksichtigen, wenn der Klub ihn (und nicht etwa Hummels) zum Kapitän macht und ein bisschen empfindlicher auf Kritik am einzigen zuverlässigen Torlieferanten reagiert.

© SZ.de/ebc
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