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FC Bayern gegen Leipzig:Freundliche Worte an Timo Werner

Timo Werner (rechts) traf schon häufiger gegen München, hier im Mai 2017.

(Foto: AFP)
  • Am Abend trifft der FC Bayern im Topspiel des Bundesliga-Spieltags auf RB Leipzig.
  • Früher waren es hitzige Duelle, diesmal bleiben Sticheleien vor dem Duell aus. Dafür lobt Bayern-Trainer Kovac den Leipziger Stürmer Timo Werner.
  • Hier geht es zur Tabelle der Fußball-Bundesliga.

Auf Sticheleien oder verbale Angriffe hat Niko Kovac am Dienstag verzichtet, was keine Überraschung war, weil der Trainer des FC Bayern respektvolles Auftreten für selbstverständlich hält. Gewohnt zuvorkommend sprach er auch diesmal über all die Themen, die den FC Bayern vor der Verabredung mit RB Leipzig an diesem Mittwochabend bewegen. "Dieses Spiel wird uns wirklich alles abverlangen", sagte Kovac beispielsweise voller Respekt.

Doch weil sich dieser Satz auf das Treffen mit dem FC Liverpool im Februar bezog, ließ sich der Eindruck nicht verwischen, dass den FC Bayern die Auslosung des Achtelfinals in der Champions League gerade mehr bewegt. Zudem erklärte Kovac, er werde Franck Ribéry fürs abschließende Ligaspiel vor Weihnachten am Samstag in Frankfurt schonen. Und dass der Respekt vor Leipzig nicht ganz so groß ausfällt wie vor Liverpool, wurde spätestens klar, als es um die Frage ging, ob Leipzig wegen des vergleichbaren Spielstils eine Art Liverpool light sei. "Leipzig hat auf jeden Fall dieselben Grundideen", sagte Kovac, aber Liverpool sei eben Weltklasse.

Als Stichelei gegen RB ging aber auch das kaum durch, obwohl die Animositäten zwischen beiden Klubs durchaus aktenkundig sind. Diesmal aber herrscht relative Ruhe. Vielleicht auch, weil den FC Bayern mit Leipzig eine Ab- und Zuneigung gleichermaßen verbindet. Den erst 2009 gegründeten Rivalen haben sie in München schon mal zum "neuen Feind" erklärt, ehe Präsident Uli Hoeneß zumindest seine Wortwahl relativierte. Als Freund betrachten sie dagegen Milliardär Dietrich Mateschitz, der nicht nur als Geldgeber der Sportvereine unter seinem Getränkelogo auftritt, sondern auch für die Bayern etwas übrig hat. Für den Eishockeyklub EHC Red Bull München soll bis 2021 jene Multifunktionshalle für 11 000 Zuschauer errichtet werden, in der auch die Basketballer des FC Bayern als Mieter unterkommen.

Was planen die Bayern mit Timo Werner?

Wenn man so will, fängt beim Geld auch manchmal die Freundschaft an und hört aus Münchner Sicht erst auf, wenn das Geld dazu beiträgt, dass daraus sportliche Konkurrenz erwächst. Wie im Fall der Leipziger Fußballer. Oder wie einst bei der TSG Hoffenheim, deren Aufschwung der Milliardär Dietmar Hopp finanziert hatte. Als Freund haben sie Hopp in München dennoch stets betrachtet. Noch mehr mögen sie ihn nun seit jener Übereinkunft, wonach das von Hopp mitbegründete Unternehmen SAP Namenssponsor der Münchner Multifunktionshalle wird. Diese wird den Basketballern des FC Bayern höhere Einnahmen bescheren als ihre bisherige Spielstätte.

Es ist wohl Ralf Rangnicks Pech, dass er früher in Hoffenheim und seit 2015 in Leipzig die jeweiligen Fußballer als Trainer und Mastermind zum sportlichen Konkurrenten geformt hat. Auf Hopp zielte Hoeneß jedenfalls nicht, als die TSG im Dezember 2008 ein halbes Jahr nach ihrem Aufstieg als Tabellenführer in München vorstellig wurde. "Der FC Bayern spielt gegen einen Milliardär", sagte Hoeneß damals zwar, aber er schätze Dietmar Hopp sehr, "ich schätze auch ihr Modell - das Einzige, was mir Sorgen macht, ist Rangnicks Besserwisserei". Schon zuvor hatten Hoeneß und Rangnick ein paar Unfreundlichkeiten ausgetauscht. Rangnick konterte damals Hoeneß' Behauptung, in Hoffenheim seien die Spielergehälter deutlich höher als bekannt mit den Worten: "Wer flotte Sprüche hören will, soll nach München, flotten Fußball gibt's in Hoffenheim." Derartige Scharmützel lieferten sich beide auch immer wieder, seit Rangnick Leipzigs Geschicke verantwortet. Doch derzeit treibt die Münchner weniger RB um, sondern vor allem der enteilte Tabellenführer Dortmund.

Wer wollte, konnte am Ende bei Kovac zumindest eine List heraushören, als er voller Respekt über Leipzigs Stürmer Timo Werner sprach. "Ein toller Spieler", der "sehr große Fähigkeiten" habe, sei das, meinte Kovac. Aber was in der Zukunft passiere, lasse man besser offen. Kovac lächelte verschmitzt. In Leipzig dürften sie diese Worte als nicht so zuvorkommend empfunden haben.

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