FC Bayern in der Champions League:Arjen Robbens Trick funktioniert noch

Was die Partie aber ebenfalls zeigte, schon bevor sie angepfiffen war: Wie schmal der Grat ist, auf dem die Bayern wandeln mit ihrer Entscheidung, zur Vermeidung von Ersatzspielerfrust mit dem kleinsten Kader aller Bundesligaklubs in die Saison zu ziehen, und damit auch gleich noch die Champions League gewinnen zu wollen. Um das zu erkennen, reichte ein Blick auf die Bank. Neben Torwart Sven Ulreich, dem von Kovac nur spärlich berücksichtigten Sandro Wagner, dem Portugiesen Renato Sanches, der seinem Gala-Auftritt beim 2:0 im Hinspiel keine weiteren Galas mehr hatte folgen lassen, sowie Javi Martínez saßen dort: Wooyeong Jeong, Jonathan Meier und Meritan Shabani. Verletzt oder erkrankt fehlten Tolisso, James, Coman, Thiago, Gnabry - und kurzfristig musste sich auch Hummels (Magen-Darm) vom Dienst befreien lassen.

Die Mannschaft stellte sich quasi von selbst auf, aber statt wie elf Mann von der Resterampe präsentierte sich dann eine schlüssig formierte Elf: Rafinha als Rechtsverteidiger, Joshua Kimmich und Leon Goretzka als robustes Duo in der Zentrale, Thomas Müller auf der Zehnerposition, wo er immer wieder mit Tempo in die Aktionen kam. Die frühe Führung tat ihr übriges. Wie genau Robben auf der rechten Seite an fünf Portugiesen vorbei gekommen ist, muss er sich zwar selbst noch mal in der Zeitlupe angucken, aber wo er schon mal vorbei war, entsann er sich des guten alten Robben-Tricks: mit links ins lange Eck. Das 2:0 fiel nach ganz ähnlichem Muster, bloß landete der Ball diesmal in dem aus Sicht des Schützen rechten Torwinkel.

Weil Robben in dieser Szene theoretisch auch zu Lewandowski hätte ablegen können, schien der Pole kurzzeitig zu schmollen und musste von Müller befriedet werden. Doch auch das Thema hatte sich erledigt, nachdem Lewandowski zwei Eckbälle jeweils per Kopf ins gegnerische Tor gewuchtet hatte (37., 51.). Und weil ja auch Franck Ribéry noch traf (76.), durfte der Trainer Kovac den Franzosen kurz darauf sogar auswechseln, ohne dass es einen einzigen bösen Blick gegeben hätte.

5:1 also, ein Spiel, das nun wie ein großes Pflaster auf all den offenen Bayern-Wunden pappt. Wie lange der Kleber hält, muss sich aber erst noch zeigen.

Zur SZ-Startseite

FC Bayern in der Einzelkritik
:Zwei echte Robben vom echten Robben

Der Offensivspieler schießt Tore aus der guten alten Zeit. Niklas Süle bleiben Wettrennen erspart. Und Thomas Müller zeigt einen Zweikampf, der besser ist als manches Tor. Der FC Bayern in der Einzelkritik.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB