FC Bayern in der Einzelkritik:Lewandowski bewirbt sich als Welt-Linienrichter

Lesezeit: 4 min

Der Stürmer trifft dreimal gegen Köln und steht dabei dreimal nicht im Abseits, Niklas Süle passt auf ein Kopfball-Ungeheuer auf und Manuel Neuer sichert sich Steffen Baumgarts Mütze. Der FC Bayern in der Einzelkritik.

Von Sebastian Fischer

Manuel Neuer

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(Foto: Ina Fassbender/AFP)

Verfolgte den Rückrundenauftakt noch coronapositiv am Laptop im Malediven-Urlaub, was fürs Bayern-Tor die Erkenntnis brachte: Auch die Kommandos von Ersatzmann Sven Ulreich sind beeindruckend laut. Nun ist Neuer mit Wort und Tat wieder da. Er hatte bei seiner Rückkehr etwas Glück, dass ein eher schiefer Abschlag in der ersten Hälfte nur zu einem Kölner Abseitstreffer führte. War aber trotzdem ein Gewinner des Tages: Sicherte sich beim Trikottausch die Mütze von FC-Trainer Steffen Baumgart.

Marcel Sabitzer

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(Foto: Martin Meissner/AP)

Spielte wieder Linksverteidiger, und damit war man gleich beim Thema: Auch wenn nur noch ein Bayern-Spieler (Lucas Hernández) coronapositiv fehlte, die Ausfälle zu Beginn der Rückrunde beschäftigen die Bayern weiter. Stamm-Linksverteidiger Alphonso Davies fehlt mit Anzeichen einer Herzmuskelentzündung nach seiner Corona-Infektion mutmaßlich länger. Aushilfs-Linksverteidiger Sabitzer spielte immerhin nicht so konfus wie beim 1:2 gegen Gladbach.

Niklas Süle

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(Foto: Marius Becker/dpa)

Bekommt gerade öffentlich von seinem Trainer nicht nur Schmeichelhaftes zu hören: Nach der Gladbach-Pleite gab es Kritik an seiner Leistung, vor dem Köln-Spiel verriet Julian Nagelsmann dann auch noch, dass Süle ein neues Vertragsangebot des Klubs vorliege. Kann in den Verhandlungen nun immerhin damit argumentieren, dass das Kopfball-Ungeheuer Anthony Modeste gegen ihn nicht traf. Aber wer sieht schon neben Süle ungeheuerlich aus?

Benjamin Pavard

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(Foto: Alexander Scheuber/Getty Images)

Wäre gern häufiger Innenverteidiger, darf das gerade aber nur wegen der vielen Ausfälle sein, zumindest in der Version eines Innenverteidigers in einer Viererkette. Machte das ohne auffällige Fehler, hatte wie Neuer Glück, dass ein Gegentreffer wegen Abseits nicht zählte, Pavard wurde dabei nämlich von Mark Uth ausgedribbelt. SZ-Prognose: Spielt bald wieder rechts hinten, so wie bereits in der Schlussphase am Samstag.

Joshua Kimmich

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(Foto: imago images/MIS)

Dort, also rechts hinten, spielt gerade noch aushilfsweise Joshua Kimmich. Wurde unter der Woche von Fans der Nationalmannschaft überraschend zum "Nationalspieler des Jahres" gewählt, nachdem ihn seine Bundesliga-Kollegen zuvor zum "Absteiger der Hinrunde" gekürt hatten. Ob er wieder aufsteigt, wird sich eher nicht in Spielen als Rechtsverteidiger gegen Köln entscheiden, auch wenn er ein einwandfreies, Kimmich-typisch engagiertes Spiel ablieferte. Durfte nach ein paar Wechseln am Ende schon wieder als Chef in die Mitte.

Marc Roca

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(Foto: Ina Fassbender/AFP)

Julian Nagelsmann hat sich gerade als Freund von Winter-Transfers geoutet, die Sportvorstand Hasan Salihamidzic zum Ende der Hinrunde noch ausschloss. Immerhin: Roca ist entgegen anderslautender Gerüchte nicht abgegeben worden, was sich bewährt hat. Er würde zwar womöglich - steile These - auch im Mittelfeld des 1. FC Köln mit seiner unspektakulären Spielweise nicht großartig herausragen. Aber als Ergänzung ist er gerade trotzdem sehr wichtig.

Corentin Tolisso

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(Foto: Chai von der Laage/Imago)

Kam in der Vergangenheit auch oft nicht über die Rolle als Ergänzungsspieler hinaus, bei ihm sieht es aber etwas anders aus: Bei sehr vielen anderen Klubs würde er, wenn er gesund ist, sehr wohl herausragen. War am Samstag in der Startelf mit Neuer der einzige Rückkehrer der vor einer Woche noch neun coronapositiven Bayern. Und war gleich mal einer der Besten auf dem Platz. Gewann den Ball vor dem 1:0, was seine defensive Aufmerksamkeit belegte. Schoss den Ball zum 2:0 in den Winkel, was seine Klasse belegte.

Serge Gnabry

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(Foto: Martin Meissner/AP)

Gehört nach der Vertragsverlängerung von Kingsley Coman unter der Woche mit Verteidiger Süle noch zu jenen wenigen 25- bis 26-jährigen Leistungsträgern beim FC Bayern, die ihren Vertrag noch nicht vorzeitig verlängert haben. Sammelte keine neuen Argumente, dribbelte ein paar Kölner aus, blieb aber sonst ziemlich unauffällig.

Thomas Müller

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(Foto: Marius Becker/dpa)

Hat zwar auch nur noch einen Vertrag bis 2023, ist aber schon 32, es besteht eher keine Eile. Wie der FC Bayern eines Tages ohne ihn funktionieren soll, ist aber trotzdem nicht klar. War in Zockerlaune, bereitete zum Beispiel nach dem 1:0 auch das 2:0 vor, indem er den Ball im Sprung mit dem Außenrist nach hinten ablegte. Kann man sich nur schwer vorstellen? Dann stellt man es sich genau richtig vor. Es war Müllers 18. Assist der Saison.

Jamal Musiala

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(Foto: Martin Meissner/AP)

Der 18-jährige Nationalspieler gehörte in den vergangenen Wochen zu den Profis, die beim FC Bayern auf einer fremden Position spielen mussten. Musiala war lange Aushilfs-Achter, manchmal auch Sechser, gegen Köln durfte er wieder als offensiver Allrounder ran. Voller Euphorie dribbelte er manchmal gegen drei, vier Gegenspieler - allerdings selten mit glücklichem Ende.

Robert Lewandowski

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(Foto: Wunderl/Beautiful Sports/Imago)

Wäre womöglich auch ein guter Linienrichter geworden. Erkannte nämlich anders als der in Köln zuständige Assistent auf Anhieb, dass er selbst in der neunten Minute nicht im Abseits stand, als er das 1:0 schoss. Schiedsrichter Tobias Welz korrigierte, der Treffer zählte. Lewandowski wird trotzdem eher nicht als Welt-Linienrichter 2021 ausgezeichnet, vielleicht aber am Montag als Weltfußballer 2021. Sein Argument: 41 Tore in der Vorsaison, die Aussicht auf eine ähnliche Bilanz in dieser Spielzeit. Traf nämlich auch noch zum 3:0 und 4:0 und steht nun bei 23 Saisontoren in 19 Partien sowie insgesamt 300 Bundesligatoren.

Einwechselspieler

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(Foto: Ina Fassbender/AFP)

In Leroy Sané kam nach einer Stunde der dritte der zu Jahresbeginn positiv getesteten Spieler zurück und legte gleich auf herausragende Art und Weise zwei Tore auf. Eine Viertelstunde vor Schluss kamen Tanguy Nianzou und Omar Richards, auch die beiden hatten Corona. Und für die Schlussminuten kam gemeinsam mit Malik Tillman auch der 16-Jährige Paul Wanner wieder ins Spiel, Bayerns jüngster Bundesligafußballer der Vereinsgeschichte. Es war aber diesmal nicht die Geschichte des Tages.

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