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Co-Trainer beim FC Bayern:Kloses Balanceakt

Klose beim FC Bayern neuer Co-Trainer von Flick

Miroslav Klose war als Assistent der Wunschkandidat von Trainer Hansi Flick.

(Foto: Matthias Balk/dpa)

Der FC Bayern befördert den ehemaligen Stürmer zum Assistenten von Hansi Flick. Es ist ein Schritt, der wunderbar in Kloses Karriereplanung passt.

Von Benedikt Warmbrunn

217 Tore hat Karl-Heinz Rummenigge in sieben Jahren für den FC Bayern erzielt, was das Leben als Angreifer angeht, kann dem Vorstandsvorsitzenden der Münchner also keiner was vormachen. "Insbesondere unsere Stürmer", hat sich Rummenigge daher am Donnerstag in einer Mitteilung des Vereins zitieren lassen, würden von der jüngsten Entscheidung des Vorstands profitieren, davon sei er "überzeugt". Gesprochen hat er dabei über einen Stürmer, der für den Klub in vier Jahren 53 Tore erzielt hat, was immerhin Platz 28 in der ewigen Torschützenliste bedeutet (einen Platz und fünf Tore hinter Franz Beckenbauer). Aber mit dieser Statistik hat Rummenigge den neuen Assistenztrainer der Münchner, Miroslav Klose, nicht begrüßt - dafür mit dem Lob, "der erfolgreichste deutsche Stürmer der letzten 15 bis 20 Jahre" gewesen zu sein.

Schon seit einigen Tagen war es ein offenes Geheimnis, dass der 41 Jahre alte Klose vom Sommer an ins Team des Münchner Cheftrainers Hansi Flick aufrücken würde; am Donnerstagnachmittag verkündete der Klub die Personalie dann auch offiziell. "Miro ist mit seiner Erfahrung als ehemaliger Profi auf allerhöchstem internationalen Niveau die perfekte Ergänzung unseres Trainerteams", sagte Flick (sieben Tore in fünf Jahren für die Bayern, und das als Mittelfeldspieler). "Es fühlt sich sehr gut an, ich freue mich unheimlich auf die Aufgabe", sagte Klose. Der Klub verkündete zudem, dass der Vertrag des bisherigen Assistenten Danny Röhl vorzeitig bis 2023 verlängert wird.

Klose hat zunächst für ein Jahr unterschrieben, doch was nach einem Vertrag auf Probe aussieht, ist vielmehr ein Arrangement, wie es wunderbar passt in Kloses Karriereplanung. Seit 2018 trainiert dieser die U17 der Münchner, im ersten Jahr führte er sie ins Halbfinale, zur Belohnung wollte ihn Sportdirektor Hasan Salihamidzic im vergangenen Sommer zur U19 versetzen - Klose lehnte ab. Er fand, dass die Zeit noch nicht reif war. "Der nächste Schritt" sei der Job als Flicks Assistent, sagt Klose nun, er hoffe, dass er mit seiner "Erfahrung einen wichtigen Beitrag" leisten könne. Vor allem aber will Klose selbst noch dazulernen. Im Juni fängt er daher den Lehrgang zum Fußballlehrer an - die Aufgabe als Münchner Assistent soll also der Balance dienen: Klose will weiter Wissen sammeln, er will aber auch schon testen, wie seine Art bei Profis ankommt.

Flick und Klose kennen sich aus der Nationalmannschaft, 2014 gewannen sie den WM-Titel, "wir vertrauen uns sowohl fachlich als auch menschlich", sagte Klose. Rummenigge ergänzte: "Miro war auch der Wunschkandidat von Hansi Flick." Dass die Bayern ihrem Trainer diese Personalie ermöglichen, wollen sie auch als Zeichen verstanden wissen, dass sie Flick vertrauen, fachlich und menschlich.

Profitieren wird von dem einstigen Bayern-Stürmer Klose nun möglicherweise auch der aktuelle Bayern-Stürmer Robert Lewandowski, die Konkurrenz sollte daher gewarnt sein. Lewandowski hat auch ohne Kloses Hilfe in knapp sechs Jahren in München bereits 230 Mal getroffen.

© SZ vom 08.05.2020/tbr
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