FC Bayern Julian Green wirbt mit Toren für sich

Amerikaner auf Amerikareise: Julian Green überrascht mit drei Treffern gegen Inter Mailand nicht nur seine Landsleute.

(Foto: AFP)

Der junge Angreifer überrascht auf der Amerikareise des FC Bayern mit drei Treffern gegen Inter Mailand. Was hat Trainer Ancelotti mit ihm vor?

Von Benedikt Warmbrunn

Julian Green wusste, dass es jetzt um ihn gehen würde, um ihn, den Amerikaner, der gerade mit seinem Klub auf Amerikareise war. Ein US-Reporter hatte ihn als "The Future of American Soccer" angepriesen, die anderen Journalisten in Portland sprachen ihn darauf an, und Julian Green reagierte ganz amerikanisch, er war nicht weniger zuversichtlich: "Ich habe einfach nur Spaß", sagte Green. Das Leben als junger, talentierter Fußballer kann manchmal ganz leicht sein, gerade als Amerikaner auf Amerikareise mit dem FC Bayern München.

Das Leben als junger, talentierter Fußballer kann allerdings auch ziemlich hart sein, desillusionierend, ein Leben voller Rückschläge. Das weiß inzwischen auch Julian Green, ein Amerikaner auf Amerikareise mit dem FC Bayern.

2014 war Green erstmals mit seinem Verein in den USA gewesen, er hatte in der Saison zuvor für die Münchner Bayern bereits in der Champions League gespielt, er hatte 2014 bei der Weltmeisterschaft in Brasilien für seine US-Nationalmannschaft getroffen, Trainer Pep Guardiola lobte ihn, Julian Green war also amerikanisch-zuversichtlich. Er war ja erst 19, alles lag vor ihm.

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Der HSV hatte 2014 keine Verwendung für den Stürmer

Zwei Jahre später ist Green jetzt wieder mit dem FC Bayern auf einer US-Sommertour, am Samstag erzielte er in Charlotte drei Tore beim 4:1 gegen Inter Mailand. Zweimal führte ihn sein Instinkt an den richtigen Ort, einmal traf er mit einem Flachschuss. Er ist jetzt 21 Jahre alt, es steckt immer noch viel Zukunft in ihm, gerade für den amerikanischen Fußball. Und doch ist alles anders.

Wenige Wochen nach der USA-Reise des FC Bayern im Sommer 2014 wurde Green an den Hamburger SV verliehen, er sollte dort jene Einsatzzeiten sammeln, die in München für ihn unerreichbar zu sein schienen; Green fühlte sich auf den Außenbahnen am wohlsten, doch dort gab es in München damals die Team-Granden Franck Ribéry und Arjen Robben.