Jérôme Boateng beim FC Bayern Der Wunsch der Bosse

Hier noch im Bayern-Training: Jérôme Boateng (links), daneben James Rodríguez.

(Foto: AFP)
  • Die Zukunft von Jérôme Boateng vom FC Bayern bleibt ungeklärt.
  • Trainer Niko Kovac würde am liebsten mit Boateng weiterarbeiten.
  • Die Klubbosse Hoeneß und Rummenigge platzieren den Spieler aber am Markt - und hoffen auf eine hohe Ablöse.
Von Benedikt Warmbrunn

Zu den ungeklärten Fragen in dieser ohnehin mit zahlreichen ungeklärten Fragen versehenen Personalie zählt nun auch die, wie sich José Mourinho am Telefon meldet. Sagt er auf Portugiesisch: "Estou?" Meldet er sich mit Namen? Mit einem eisigen Schweigen? Mit: "The Special One!" Und was genau antwortet dann überhaupt Jérôme Boateng?

Noch ist nicht überliefert, wie die Begrüßung in jenem Telefonat ablief, das Mourinho und Boateng laut Bild-Zeitung am Dienstag geführt haben sollen. Überliefert ist nur, dass Boateng in diesem Gespräch mitgeteilt habe, dass er nicht nach Manchester wechseln werde. Dass der eigenwillige Trainer anschließend erst einmal in ein eisiges Schweigen verfallen ist, kann durchaus angenommen werden.

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Boateng wechselt also nicht zu Mourinho, das ist seit Monaten die erste Antwort in dieser Personalie. Nicht geklärt ist dadurch allerdings, wo der bald 30 Jahre alte Nationalverteidiger in der näheren Zukunft tatsächlich spielen wird.

Die Ablöse schreckt die Interessenten noch ab

Die naheliegende Antwort wäre, dass er in München bleibt, immerhin besitzt er beim FC Bayern einen Vertrag bis 2021. Außerdem hat er vor wenigen Tagen ausführlich mit Niko Kovac gesprochen, der neue Trainer versicherte ihm, dass er gerne mit ihm zusammenarbeiten würde. Kovac hatte in Frankfurt um Boatengs Halbbruder Kevin-Prince herum eine Mannschaft aufgebaut, eine ähnlich zentrale Rolle traut er Jérôme Boateng in der Münchner Defensive zu.

Auch Kovac war ja aufgefallen, dass der FC Bayern mit der Innenverteidigung Hummels/Süle im Pokalfinale anfällig für Konter war - Boateng fehlte damals verletzt, Frankfurt gewann 3:1. In seinen ersten Wochen in München hat sich Kovac nur verhalten zur Zukunft von Boateng geäußert, nie hat er etwas gefordert. Er hat aber stets gekonnt diplomatisch angedeutet, dass er wirklich gar nichts dagegen hätte, wenn Boateng bleiben sollte. Nach dem Testspiel am vorigen Sonntag gegen ManUnited sagte er, es gebe nichts Neues zu Boateng - und: "Ich würde mir auch wünschen, dass es weiter nichts Neues gibt."

Das Problem beginnt jedoch damit, dass Kovac' Bosse das ganz anders sehen.

Paris Saint-Germain bleibt der erste Kandidat

Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandschef, lässt kaum eine Gelegenheit aus, Boateng auf dem Markt zu platzieren (Boateng selbst übrigens auch nicht), aber noch fordert er offenbar eine Ablöse, die Interessenten abschreckt. Im Mai zum Beispiel, als sich Boateng mit dem neuen Trainer von Paris Saint-Germain, Thomas Tuchel, getroffen hatte, war diese Summe angeblich so hoch, dass die Verhandlungen nicht konkreter wurden.

Paris bleibt der erste Kandidat, falls Boateng noch in diesem Sommer wechseln will; da PSG sich zurzeit an die strengen Regeln des Financial Fairplay halten will, müssen sie aber erst Geld einnehmen, bevor sie Geld ausgeben dürfen. (Außenseiterchancen bei Boateng hat bis zu diesem Donnerstag, wenn in England die Wechselfrist endet, der FC Arsenal.) Außer Rummenigge soll auch Uli Hoeneß, der Präsident, dafür geworben haben, Boateng zu verkaufen. Dies haben die Bosse auch Kovac mehr oder weniger gekonnt diplomatisch mitgeteilt.

Für nächsten Sommer planen sie beim FC Bayern fest mit Benjamin Pavard, der am Mittwoch frühzeitig nach Stuttgart zurückgekehrt ist, so motiviert ist der französische Weltmeister für eine dritte, wohl letzte Saison beim VfB. Ob er 2019 in München auf Boateng treffen wird, hängt davon ab, mit wem dieser demnächst noch telefoniert.

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