FC Bayern in der Champions League:Die Bayern danken dem Schiedsrichter

Auch ohne Martínez wäre der FC Bayern ziemlich sicher in Lissabon nicht mehr ausgeschieden. Aber die Not für das anstehende Halbfinale gegen Madrid oder Manchester wäre erheblich größer geworden. Die Not in der Abwehr, die die Münchner nun schon die ganze Rückrunde begleitet.

Medhi Benatia ist fast ebenso dauerverletzt wie Holger Badstuber. Leihspieler Serdar Tasci ist Guardiola nicht gut genug. Und Jérôme Boateng tastet sich nach seinem Muskelbündelriss in den Adduktoren gerade erst wieder ans Mannschaftstraining heran. Wann er zurückkommt? Sportchef Matthias Sammer antwortete dazu vage: "Wir werden abwarten. Wir sind guter Dinge, werden die Belastung jetzt weiter steigern. Mal gucken, was dann so Richtung nächste Woche passiert. Ob er alles vertragen hat."

Der Druck auf Boateng, bis zum ersten Halbfinale am 26. oder 27 April fit zu werden, wäre bei einem Ausfall von Martínez erheblich gestiegen. Mit schnellen Rückkehrern haben die Bayern aber unter Guardiola keine guten Erfahrungen gemacht. Sie haben sich meist noch schneller wieder neu verletzt.

Die Defensive wackelt bedenklich

Martínez foulte ja kurz darauf noch einmal, auch da hätte er sich über eine gelb-rote Karte nicht beschweren können. Und da der munter hinlangende Arturo Vidal bei einer Verwarnung für das nächste Spiel gesperrt gewesen wäre, dürfen sich die Münchner gleich mehrfach bei Schiri Kuipers für dessen Großzügigkeiten bedanken.

Selbst in dieser Formation wankte und wackelte die Defensivkonstruktion der Bayern bisweilen bedenklich. Wie schon gegen Turin. Dass sie nicht fiel, ist oft genug diesem Philipp rechts und seinem Gegenüber David Alaba links zu verdanken. Die beiden spielten nicht selten die Aufpasser für ihre Innenverteidiger, waren stets bereit zu helfen und weite Laufstrecken auf sich zu nehmen. Dass der enorm starke Lahm und der immer stärker werdende Alaba dazu scharfe Impulse nach vorne setzten, macht sie weiterhin zum stärksten Außenverteidiger-Paar der Welt.

Guardiola wusste übrigens, was in Martínez gefahren war: "Javi war tot in den letzten 15 Minuten, weil er lange verletzt war." Der Spanier konnte nicht mehr, weshalb er statt des Balles die Beine der Gegner traf. Wenn man sich so über den Platz schleppt, da wünscht man sich einen Kapitän, der einem vor Schlimmerem bewahrt.

© Süddeutsche.de/hum/ebc/holz
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