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FC Bayern in der Champions League:Costa zuckt, Thiago trickst

Der FC Bayern dagegen verfolgte weiter seine Linie, in der Zentrale strukturierte der souveräne Kimmich das Spiel, Thiago verteilte die Bälle, und dann ging es immer wieder ganz schnell. Meist mit freundlicher Unterstützung Zagrebs.

In der 21. Minute tropfte Dinamo-Innenverteidiger Filip Benković der Ball vom Kopf, er rutschte aus, freie Bahn für Thiago. Ein Antritt, ein Querpass zu Robert Lewandowski, das zweite Tor. Fünf Minuten später spielte Götze im Strafraum einen Doppelpass mit Coman, seinen mäßig wuchtigen Schuss wollte Eduardo mit der linken Hand ablegen. Er scheiterte an diesem Vorhaben, das dritte Tor. In der 28. Minute, nach einem Eckball von Douglas Costa, schoss Lewandowski den Ball an die Unterkante der Latte, Schiedsrichter Kulbakow überlegte ein paar Sekunden, dann entschied er: das vierte Tor. Das Spiel war nun endgültig entschieden.

Costa zuckte und wackelte nun etwas langsamer. Thiago trickste. Götze trickste. Kimmich passte souverän. Und dann erst begann die zweite Halbzeit. Die Halbzeit, in der der FC Bayern in dieser Spielzeit bisher immer besser und effektiver spielte.

Auch in der zweiten Halbzeit am Dienstagabend blieb der Gastgeber das beherrschende Team. Mit der Ruhe eines Schachspielers, der weiß, dass er längst alle entscheidenden Züge erfolgreich hinter sich gebracht hat, passten sich die Spieler den Ball zu, es reichte ihnen nun, das Tempo nur gelegentlich anzuziehen. Zum Beispiel bei einer weiteren Zirkuskombination von Costa und Thiago, nach der Lewandowski frei vor Eduardo stand und den Ball lässig ins Tor lupfte (55.) - es war das zehnte Tor des Angreifers innerhalb von acht Tagen.

Danach gestattete der FC Bayern den Gästen sogar vermehrt Ausflüge in die gegnerische Spielfeldhälfte, zumal diese durchgehend harmlos blieben. Gefährlich wurde es weiter nur vor dem Tor von Eduardo. In der 74. Minute traf Götze den Außenpfosten, eine Minute später scheiterte Lewandowski, es war Eduardos erste nennenswerte Parade. Darüber ärgern wollte sich niemand mehr, das Spiel war ja schon seit mehr als 45 Minuten entschieden.

© SZ vom 30.09.2015/ska
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