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FC Bayern im Trainingslager:Akribische Tests fallen schwer

Zum Leidwesen von Arjen Robben. "Der Trainer", sagte Kroos nun, "weiß ja genau, wo ich spielen kann, und ich weiß, was meine Lieblingsposition ist. Aber das hat er zu mir gesagt, daher bleibt es unter uns." So ganz blieb es dann aber nicht unter ihnen, denn Kroos musste doch zugeben, dass es auch kein Geheimnis ist, dass er "alle drei Positionen im zentralen Mittelfeld spielen kann".

Der Konkurrenzkampf in der Offensive, das sagte auch Kroos, dürfte in der kommenden Saison recht heftig werden. Acht Spieler (Mario Gomez schon nicht mehr mitgerechnet ) wollen sich für vier Positionen empfehlen. Guardiola sei eben "ein neuer Trainer mit einer neuen Philosophie", erzählte auch Xherdan Shaqiri, der ja in der Theorie auch in Frage käme für einen der Stammplätze weiter vorne. Und diese Philosophie, sagte der Schweizer, "die will er jetzt durchziehen" - der wohl vielsagendste Satz, der hier in Riva ausgeplaudert wurde, transportierte wenigstens einmal die Spur einer Skepsis gegenüber einer Systemänderung.

Transfers in der Bundesliga

Von Lückenbüßern und Kapitalvermehrern

Akribisch testen kann Guardiola ohne Schweinsteiger und Martínez eher nicht. Und ihn stören wohl auch Lärm und Trubel am Platz. Die Trainingseinheit am Nachmittag findet sicher nicht zufällig meist unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt - das gab es bei Heynckes im Vorjahr nicht.

Dafür ist nun Arjen Robben endlich im Trentino eingetroffen, der Holländer hatte sich nach einer Rundreise mit der Nationalmannschaft ein paar Sonderfeiertage verdient. Ein "Top-top-top"-Spieler sei er, findet Guardiola, "ein Geschenk für mich". Und bei allen Änderungen, die der Trainer sonst so planen mag, wird Robben wohl in der Mannschaft verweilen dürfen. Denn bei ihm würde es schon genügen, ihn "auf dem Niveau zu halten".

Wie war noch gleich Klinsmanns Konzept für die Bayern gewesen? Ah, genau: Jeden Spieler jeden Tag ein bisschen besser machen. Ein Prinzip, das in der systemdominierten Welt Guardiolas womöglich zu vernachlässigen ist.