FC Bayern Hoeneß ist beim FC Bayern längst wieder zugange

Längst wieder zugange auf der Chefetage des FC Bayern: Uli Hoeneß.

(Foto: dpa)

Das zeigen auch die jüngsten Umstrukturierungen im Klub. Doch eine wichtige Baustelle ist noch offen.

Kommentar von Thomas Kistner

Warum sollte sie der FC Bayern überhaupt noch verkünden, die Rückkehr des Uli Hoeneß? Dass er längst wieder zugange ist auf der Chefetage des Klubs, den er einst aus dem Bauch heraus erschuf - das hat schon dieser schleichende öffentliche Prozess abgebildet, der den Patron in kleinen Schritten von der Münchner Ehrentribüne über das erste Auswärtsspiel bis zu ersten eigenen, publikumswirksamen Auftritten geführt hatte.

Deutlich abzulesen ist es zudem aus den jüngsten Umstrukturierungen im Verein. Nicht nur der Öffentlichkeits- und Beratungsbereich wurde grundlegend neu gestaltet - mit dem keineswegs überraschenden Abschied von Sportvorstand Matthias Sammer ist eine personelle Vakanz auf just dem Fachgebiet herbeigeführt worden, das Hoeneß einst kraft markiger Verkündigungen selbst erfunden hat und das unter dem Begriff "Abteilung Attacke" firmiert.

Keine Frage, er ist zurück. Die Frage ist lediglich: Wie geht's weiter? Eine Baustelle ist ja noch offen. Zwar ist kaum anzuzweifeln, dass Hoeneß, 64, beim Mitgliederkonvent im Herbst wieder Vereinspräsident werden wird; Amtsinhaber Karl Hopfner hat bereits versichert, er würde nicht gegen Hoeneß antreten. Als "Präsident der Schachspieler und Basketballer" aber, wie Vorgänger Franz Beckenbauer die Stelle einst gallig umschrieb, ist auf Dauer kein Einfluss im Profibereich auszuüben. Der Fußball spielt unter dem Dach der FC Bayern AG, und der Aufsichtsratschef dieser AG heißt ebenfalls Hopfner. Der zeigt sich in dieser Frage allerdings weniger konziliant als im Hinblick auf den Frühstücksdirektor-Posten an der Vereinsspitze.

Die Zukunft des FC Bayern gestalten - eine Aufgabe für Hoeneß

Dass Hopfner, 63, kein enger Freund von Hoeneß, gern die graue Eminenz bleiben würde, gilt als wahrscheinlich. Aber halt auch, dass der farblose Technokrat eher nicht derjenige sein dürfte, der die Zukunft des FC Bayern gestalten könnte. Diese Aufgabe würde das Hoeneß'sche Alterswerk perfekt abrunden; in einer Art konfrontativem Miteinander mit Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, 60. Für beide gilt ja so allmählich, die eigene Nachfolge zu sichern.

Und das natürlich so, wie es der Klub seit Jahrzehnten hält: mit Gesichtern aus Münchner Spielergenerationen. Dazu passt, dass plötzlich eine Vielzahl von Namen aufgerufen wird. Nicht nur der von Philipp Lahm, der noch bis 2018 spielen will und gleichwohl schon als Manager der Zukunft gehandelt wird - auch die von Stefan Reuter, Max Eberl und womöglich auch mal von einem, der sein Brot heute noch als Fernseh-Co-Moderator verdient. Sie alle würden unterschreiben, was Lahm jetzt so formuliert hat: Hoeneß sei "für den Verein sowas von wichtig". Was, nebenbei, auch schon die Richtung vorgibt für anstehende Besetzungsdebatten im Bayern-Aufsichtsrat.

So zeigt jeder Tag an der Säbener Straße, dass Hoeneß' Rückkehr kein Thema ist. Der Mann ist da, und alles im Fluss.

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