FC Bayern in der Einzelkritik:Trauriger Upamecano

Lesezeit: 3 min

FC Bayern in der Einzelkritik: Ein Franzose jubelt, einer liegt am Boden: Bayern-Verteidiger Dayot Upamecano hatte maßgeblichen Anteil an der Gladbacher Führung durch Marcus Thuram (rechts).

Ein Franzose jubelt, einer liegt am Boden: Bayern-Verteidiger Dayot Upamecano hatte maßgeblichen Anteil an der Gladbacher Führung durch Marcus Thuram (rechts).

(Foto: MIS/Imago)

Der Franzose ist kurz desorientiert, bei Sadio Mané gibt es Anzeichen einer Gladbach-Allergie - aber Leroy Sané verhindert Schlimmeres. Die Bayern in der Einzelkritik.

Von Carsten Scheele

Nach drei mehr als souveränen Siegen zum Auftakt lassen die Bayern beim 1:1 gegen Gladbach erstmals in dieser Saison Punkte liegen.

Manuel Neuer

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(Foto: Kerstin Joensson/AFP)

Hat die ein oder andere ungute Erinnerung an diesen Gegner. Ein Witzbold hat im Netz gar von einer "Gladbach-Allergie" geschrieben; erinnert sei nur kurz an Igor de Camargo, der sich 2011 artig bedankte, als Neuer in seinem erstem Bundesliga-Spiel für die Bayern übereifrig aus dem Tor eilte und dann auch noch ins Leere faustete. Bayern verlor damals gegen Gladbach, und diesmal? Reichte es immerhin für einen Punkt. Am Gegentor von Marcus Thuram war Neuer schuldlos, da waren andere beteiligt (siehe Upamecano).

Benjamin Pavard

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(Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images)

Kümmerte sich rührend um einen Eindringling, der sich in der ersten Halbzeit in einer Aktion von zunächst nicht ersichtlichem Sinn an den Torpfosten band. Legte dem Mann sogar eine Hand auf die Schulter, es sah aus wie ein lockerer Plausch unter Männern. Stürmte in der zweiten Halbzeit energisch mit und zwang Gladbachs Torwart Yann Sommer per Fernschuss zu einer starken Parade.

Dayot Upamecano

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(Foto: Sven Hoppe/dpa)

Spielte bislang eine zuverlässige Saison, doch dieses Gladbacher Führungstor ging klar auf seine Kappe. An der Mittellinie kurz desorientiert, Upamecano haute über den Ball, da war Thuram schon enteilt. Und Upamecano schaffte es auf den folgenden 35 bis 40 Metern im Sprint nicht mehr, seinen Landsmann einzuholen. Lag anschließend voller Scham auf dem Boden, er wusste ja: Auf der Bank saß einer wie Matthijs de Ligt. Und der will bestimmt auch mal in der Startelf stehen.

Lucas Hernández

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(Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images)

Bereinigte nach einer Viertelstunde eine Kontersituation vor dem heranstürmenden Thuram, cool und lässig, sah dabei fast ein wenig gelangweilt aus. Wäre vielleicht besser gewesen, wäre Hernández auch kurz vor der Halbzeitpause für Thuram eingeteilt gewesen - war er aber nicht.

Alphonso Davies

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(Foto: Kerstin Joensson/AFP)

Entschied sich zehn Minuten vor Schluss zu einem seiner energischen Flügelläufe - mit Erfolg. Der Assist ging zwar an Musiala, der Assist zum Assist aber an Davies. Auch wertvoll, taucht halt nur in keiner Statistik auf.

Joshua Kimmich

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(Foto: Lukas Barth/Reuters)

Wurde von Minute zu Minute ernster. Leitete wie gewohnt die Angriffe ein, dann stierte er nach vorne, auch der Suche nach irgendeiner Lücke, die sich im Gladbacher Deckungsverbund der Marke "Zehn Mann um den eigenen Strafraum" aber nur selten auftat. Konnte kurz vor Schluss wieder lächeln.

Marcel Sabitzer

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(Foto: Sven Hoppe/dpa)

Wieder in der Startelf, auch im bislang kniffligsten Spiel der Saison. Soviel zur gestiegenen Wertschätzung für Sabitzer bei den Münchnern. Hätte seine Fähigkeiten sicher auch gerne in den letzten 20 Minuten unter Beweis gestellt, als es darum ging, die Niederlage abzuwenden. Doch da hatte ihn Nagelsmann schon ausgewechselt.

Kingsley Coman

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(Foto: Sven Hoppe/dpa)

Ist wieder da, also benötigt Nagelsmann einen Platz für den Franzosen in der ersten Elf. Natürlich zu Recht: Durchwirbelte einmal mit einem Dribbling die halbe Gladbacher Abwehr, sein Schuss ging anschließend knapp drüber. Mehr Glück hatte er vor dem Tor an diesem Tag nicht mehr.

Thomas Müller

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(Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images)

Hätte fast getroffen, doch da kam von irgendwo Yann Sommer her. Der Gladbacher Torwart flog heran, es schien, als schmiege er sich an Müllers Rücken, was diesen offenbar so verwirrte, dass er den Ball nicht mehr richtig traf. Doch Müller war nicht der einzige, der an Sommer scheiterte (siehe Sané und Mané).

Leroy Sané

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(Foto: Kerstin Joensson/AFP)

Kleine Überraschung: Während die halbe Welt in der vergangenen Woche Jamal Musiala belobigte und ein gewisser Lothar M. den jungen Nationalspieler in den Rang eines kommenden Weltfußballers erhob, setzte Nagelsmann Musiala zunächst auf die Bank. Und brachte Leroy Sané. Der war in der ersten Halbzeit der agilste Münchner, vergab zwei Großchancen, stand aber leider beim Pass von Müller auf Mané im Abseits (und mit seinem Rücken irgendwie in der Flugbahn). Scheiterte in der zweiten Halbzeit frei vor Sommer - und bezwang ihn schließlich doch noch. Rettet damit das Unentschieden, immerhin.

Sadio Mané

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(Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images)

Hat noch nie in der Bundesliga gegen die Borussia gespielt, hat entsprechend auch keine Gladbach-Allergie. Wobei, vielleicht doch? Hatte nach 38 Minuten schon zwei Tore gesammelt, die aber beide wegen Abseitsposition nicht anerkannt wurden. Sah anschließend fast ein bisschen sauer aus. Scheiterte in der zweiten Halbzeit zweimal in zwei Sekunden mit zwei Schüssen an Sommer (natürlich!). Sollte vor dem nächsten Gladbach-Spiel vorsichtshalber ein Antiallergikum einnehmen.

Einwechselspieler

Jamal Musiala und Serge Gnabry kamen im Doppelpack. Einmal dribbelte Musiala alle aus, dann spielte er den entscheidenden Pass vor dem Ausgleichstreffer von Sané. Matthijs de Ligt kam auch noch, aber nicht als Abwehrspieler, sondern als kopfballstarker Notstürmer. Hätte sogar fast noch zum Sieg getroffen, doch wer stellte sich ihm in den Weg? Na klar, Sommer.

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