FC Bayern gegen Arsenal:Lewandowski, der Zentimetermann

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Das war der Moment, in dem sich das Spiel entschloss, ein Robert-Lewandowski-Spiel zu werden. Der Pole war der Zentimetermann an diesem Abend, an ihm zeigte sich exemplarisch, wie schmal der Grat in diesem gnadenlosen Ergebnissport sein kann. In der ersten Hälfte war Lewandowski fleißig, präsent und ständig unterwegs, aber was schief gehen konnte, ging schief. Erst verstolperte er einen Pass von Alonso, später scheiterte er mit zwei Kopfbällen (36., 43.). Es war, wie man im Fußball sagt: nicht seine Halbzeit.

Was dann folgte, war: seine Halbzeit.

Kurz nach der Pause verloren die Gäste den angeschlagenen Verteidiger Koscielny, es war die Personalie, die Lewandowski den Weg zurück ins Spiel ebnete. Arsenals Abwehr wirkte nun fürchterlich durcheinander, und so konnte Lewandowski in der 53. Minute eine Flanke des immergrünen Philipp Lahm zum 2:1 einköpfen. Drei Minuten später leitete Lewandowski einen Pass von Alonso mit der Hacke weiter auf Thiago, der das 3:1 erzielte (56.). Nur bei Thiagos 4:1 - einem abgefälschten Distanzschuss - hielt sich Lewandowskis Beitrag in Grenzen. Er stand halt im Strafraumpulk herum und trug bestenfalls dazu bei, Arsenals Verteidiger weiter zu verwirren.

Am Ende stand Lewandowski stellvertretend für den FC Bayern an diesem Abend: So wie er in der zweiten Hälfte ins Spiel fand, so fand auch die ganze Bayern-Mannschaft ihren Weg zurück in alte, bewährte Verhaltensmuster. "Fast in einen Rausch gespielt" habe sich die Elf, fand Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Das galt sogar für Thomas Müller, der, gerade für Lewandowski eingewechselt, tatsächlich noch ein Tor schoss, das 5:1.

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