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FC Bayern in der Einzelkritik:Davies hält nichts von der Jägerrolle

Der Verteidiger marschiert stattdessen lieber voran. Leon Goretzka ist immer da, wo es gefährlich wird, und Thomas Müller erlebt seinen x-ten Frühling. Der FC Bayern in der Einzelkritik.

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Manuel Neuer

FC Bayern Muenchen v FC Schalke 04 - Bundesliga

Quelle: Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images

Wird einmal im Jahr im eigenen Stadion ausgepfiffen und zwar wenn sein ehemaliger Verein und dessen Anhänger zu Gast sind. Als mittlerweile langer Ex-Königsblauer ist Neuer aber daran gewöhnt. Ließ sich von den Pfiffen nur ganz zu Beginn aus dem Konzept bringen, als er einen für seine Verhältnisse fast schon grotesken Fehlpass spielte. Auf den anschließenden Schuss von Suat Serdar schmiss er sich aber wieder mit all seiner Routine. Hätte sich Schalker Applaus verdienen können, wenn er einen torentscheidenden Fehler gemacht hätte. Machte aber keinen und ertrug die Pfiffe.

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Benjamin Pavard

Bayern München - FC Schalke 04

Quelle: Angelika Warmuth/dpa

Einen sinnvollen Winterwechsel zu orchestrieren, ist mindestens so unmöglich wie ein Meisterschaftsgewinn für Schalke - das könnte man zumindest meinen, wenn die Transferverantwortlichen dieser Tage sprechen. Die Bayern haben dennoch einen Einkauf gemacht und Rechtsverteidiger Alvaro Odriozola ausgeliehen. Gegen Schalke spielte aber wieder Pavard auf dieser Position. Der fühlte sich auf dem Rasen schliddernd am wohlsten, grätschte nach Gegnern und zu ungenauen Pässen der Mitspieler. Trat in der 37. Minute als Torverhinderer in Erscheinung, nur auf der falschen Seite. Stand bei seiner Flanke, die zum vermeintlichen 2:0 führte, mit einem Schritt im Abseits. Verhinderte wenig später auf der richtigen Seite ein Tor, als er den Schuss von Amine Harit blockte.

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Jérôme Boateng

FC Bayern Muenchen v FC Schalke 04 - Bundesliga

Quelle: Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images

Über die Schwierigkeit von Wechseln - ob im Winter oder im Sommer - weiß der Innenverteidiger einiges zu berichten. Wollte ja schon häufiger weg aus München, spielt aufgrund der Verletzungssorgen jetzt wieder eine tragende Rolle in der Innenverteidigung. Hatte wenig Gelegenheiten, sich mit Glanzstücken im Transfer-Schaufenster zu präsentieren, dafür war Schalke zu ungefährlich. Gewann die Zweikämpfe, die er gewinne musste, ohne große Schnörkel.

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David Alaba

FC Bayern Muenchen v FC Schalke 04 - Bundesliga

Quelle: Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images

Ist mittlerweile Chef in mehreren Kategorien. Trainer Hansi Flick hat ihm ja die Weisungsbefugnis über seine Viererkette erteilt. Dirigierte diese gegen Schalke wieder so gut, dass Bayern ohne Gegentor blieb. Kurbelte nebenbei das Offensivspiel mit zahlreichen öffnenden Pässen an. Ist auch weiter Boss für Freistöße. Zeigte das kurz nach der Halbzeit, als er einen ruhenden Ball Richtung Schalker Winkel schickte. Zu Alabas Pech war Schalke-Torwart Markus Schubert zur Stelle. Alles kann auch Alaba nicht gelingen.

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Alphonso Davies

Bundesliga - Bayern Munich v Schalke 04

Quelle: Michael Dalder/Reuters

Der FC Bayern hat sich ja mittlerweile an die Jägerrolle gewöhnt. Davon hält Davies aber augenscheinlich nicht viel, er marschiert lieber voran und wird gejagt. Zeigte dabei mehrfach, dass er es auch mit Routiniers wie Schalkes Daniel Caligiuri aufnehmen kann. Schob den Schalker Mittelfeldspieler wiederholt so beherzt beiseite, als sei dieser der Lehrling. Harmonierte mit Alaba sehr gut, der ihn immer wieder auf seine Flügelläufe schickte, bei denen der Kanadier viel Gefahr ausstrahlte, auch wenn nicht jedes Dribbling gelingen wollte.

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Joshua Kimmich

FC Bayern Muenchen v FC Schalke 04 - Bundesliga

Quelle: Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images

Musste kurz schlucken, als er in der 9. Minute den Ball verlor und daraus fast ein Gegentor resultierte. Doch der Schuss von Rabbi Matondo landete abgefälscht an der Latte. Kimmich ließ sich von diesem Fauxpas zu Beginn nicht beirren. Zog danach im Zusammenspiel mit Thiago geschickt das Bayern-Spiel auf, hatte 120 Ballkontakte und lief über 13 Kilometer. Darf gerne Motor des Bayern-Spiels genannt werden. Sorgte beim Publikum für Raunen, als er Nassim Boujellab frech tunnelte.

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Leon Goretzka

FC Bayern Muenchen v FC Schalke 04 - Bundesliga

Quelle: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Lief als Spitze im Mittelfeldreieck auf, was sehr sinnvoll war, da er den Strafraum als sein Jagdgebiet versteht. War manchmal zu stürmisch in seinen Vorstößen, rannte bei einer Gelegenheit Schalke-Torwart Schubert über den Haufen. Aber insgesamt immer da, wo es gefährlich wurde. War in der 25. Minute kurz vor dem Jubel, aber Schubert hielt seinen Kopfball. Legte dann Thomas Müller das vermeintliche - und das tatsächliche - 2:0 auf. Arbeitete sich nach der Halbzeit selbst seinen Treffer vor. Köpfelte gegen Caligiuri und als der Ball zurücksprang, verwandelte er gedankenschnell per Scherenschlag zum 3:0 ins untere Eck. Eine stürmische Leistung.

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Thiago

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Quelle: Christof Stache/AFP

Ist ja eigentlich nicht als Torjäger bekannt, aber gegen Schalke schoss er seinen zweiten Treffer hintereinander. In der Vorwoche war er schon in Berlin erfolgreich gewesen. Der Dortmunder Erling Haaland muss sich aber keine Sorgen machen, dass er Konkurrenz bekommt unter den Rückrunden-Torjägern. Thiago kümmerte sich gegen Schalke vornehmlich um die Ordnung im Mittefeld. Wenn sich ein Knäul bildete, enthedderte der Spanier es mit klugen Flankenwechseln. Sein Tor, das er selbst mit einem Pass auf Lewandowski eingeleitet hatte und nach dessen Rückgabe nur einschieben musste, war da nur die Krönung. Wurde in der 61. Minute ausgewechselt, damit er seinen Applaus bekam.

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Thomas Müller

FC Bayern Muenchen v FC Schalke 04 - Bundesliga

Quelle: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Über ihm schwebte die Frage, ob er sein 100. Tor in der Münchner Arena erzielen würde. Schien nach 18 Minuten die Antwort zu liefern, als er sehr müllerhaft ins Tor traf: Einen abgefälschten Schuss von Leon Goretzka lenkte er noch mit einem schnellen Fußzucker als Lupfer hinter die Linie. Müller stand dabei aber im Abseits. Traf dann kurz vor der Pause zum 2:0, zwar nicht ganz so müllerhaft, es zählte dennoch als Jubiläumstreffer. Bestätigte auch sonst, dass er seinen x-ten Frühling in München erlebt. War immer aktiv und mobil.

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Ivan Perisic

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Quelle: Christof Stache/AFP

War für die erste (harmlose) Münchner Chance verantwortlich. Es war ein Zeichen, dass sich der Flügelspieler etwas vorgenommen hatte. Sah nach einem Torwartfehler von Schubert, dass Robert Lewandowski noch etwas besser postiert war und servierte ihm das 1:0. Traf nach elf Minuten fast selbst, der Ball ging aber nur ans Außennetz. Wechselte danach mit Müller mehrfach die Seiten, um die Schalker Abwehr zu verwirren. Zeigte, dass er gut mit seinem Flankenpartner harmonieren kann, war am Jubiläums-Treffer für Müller beteiligt. Wurde in der 69. Minute ausgewechselt. Eine seiner stärksten Partien für Bayern.

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Robert Lewandowski

FC Bayern Muenchen v FC Schalke 04 - Bundesliga

Quelle: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Dass der Stürmer ganz gerne gegen Schalke trifft, wäre eine Untertreibung. Im Hinspiel war er für alle drei Tore verantwortlich. Einige Schalker dürften gezittert haben, als er nach sechs Minuten schon wieder getroffen hatte - durch den Fehler von Schubert begünstigt. Prüfte kurz darauf, ob da noch ein bisschen Verunsicherung beim Schalke-Torwart geblieben war, doch sein Schuss war harmlos. Auch danach immer umtriebig, schoss Nastasic durch die Beine, aber auch knapp am Tor vorbei. Jubelte in der 37. Minute ausgiebig über seinen zweiten Treffer, doch im Vorlauf war Pavard im Abseits gestanden. Traf in der 75. Minute nach einer Ecke noch den Pfosten. Hätte auch an diesem Spieltag drei Tore gegen Schalke schießen können.

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Einwechselspieler

FC Bayern Muenchen v FC Schalke 04 - Bundesliga

Quelle: Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images

Philippe Coutinho: Kam in der 61. Minute für Thiago, wollte die restliche Zeit unbedingt nutzen, um aufzufallen. Blieb dabei aber eher auffällig unauffällig. Durfte trotzdem noch ein Tor von Serge Gnabry vorbereiten.

Serge Gnabry: Kam in der 69. Minute für Perisic - merkte man in seinen Aktionen die Verletzungspause noch ein wenig an. Wollte kurz vor Schluss eigentlich nur gefährlich flanken, erzielte stattdessen gegen den überforderten Schubert das 5:0.

Corentin Tolisso: Durfte auch noch ein bisschen mitspielen und mitfeiern nach seiner Einwechselung in der 75. Minute.

© SZ.de/dsz

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