FC Bayern: EinzelkritikWusler und Weinbergschnecke

Ein selten gesehener Mann in der Abwehrmitte, ein noch seltener gesehener Linksverteidiger und ein niemals so schlecht gesehener Philipp Lahm: Beim 3:0 gegen Hannover schießt Gomez drei Tore, doch der beste Spieler ist ein anderer. Die Einzelkritik.

Von einer "B-Elf" ist schnell die Rede, wenn bei einem Bundesligisten mal zwei, drei Stammspieler ausfallen. Doch diesmal war das Wort wohl wirklich angebracht: Ohne Robben und Ribéry, ohne Olic und Klose, ohne van Bommel und Schweinsteiger, ohne Contento und Van Buyten musste der FC Bayern gegen Hannover beginnen - und gewann dennoch souverän 3:0. Die gewöhnungsbedürftige, neue Münchner Mannschaft in der Einzelkritik.

Jörg Butt

Der neue FC Bayern stellte zwar einen alten Torwart auf, der sich jedoch wie in einer anderen Sportart vorgekommen sein muss. Nämlich wie ein Golfer auf der Driving Range. Mangels Anspielmöglichkeiten donnerte er allein in der ersten Halbzeit den Ball etwa 44 Mal Richtung Mittellinie. Mit den Händen berührte er den Ball in diesen 45 Minuten hingegen genau kein Mal. Als er dann nach der Pause mit der Hand ranmusste, hatte er Glück, dass Christopher Avevor beim Stand von 1:0 die Einladung ausschlug und über das leere Tor zielte.

Bild: Archivbild: AP 16. Oktober 2010, 17:512010-10-16 17:51:58 © sueddeutsche.de/aum