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FC Bayern gegen Dortmund:Hoeneß ist nach seinem letzten Spiel als Präsident überwältigt

Flick hat in seinen fünf Tagen im Amt nicht alles neu erfunden, das betonten mehrere Akteure, aber er hat die richtigen Schlüsse aus der spielerischen Misere der vergangenen Wochen gezogen - und das ist in dieser aufgeregten Phase durchaus eine Leistung. Er selbst sprach simple, aber einleuchtende Worte: "Die Mannschaft hat eine enorme Qualität. Wir haben in den letzten Tagen nach dem Piräus-Spiel nochmal an ein paar Stellschrauben gedreht um noch stabiler zu werden." Stark reden, Taktik anpassen, hinten gut stehen - Flicks Ideen wirken auf die Mannschaft wie eine Kraftbrühe im Winter.

Die zurückerlangte Stabilität, das Zusammenwirken der Mannschaftsteile ist wohl sein größtes Verdienst. Erreicht hat er das mit Gesprächen, mit klaren Ansagen und der Fähigkeit der genauen Analyse. "Er hat die richtigen Punkte angepackt", sagte Goretzka, der sich nun als Stammkraft auf der Achterposition austoben darf. Für Rummenigge sind es auch psychologische Effekte: "Wenn ein neuer Trainer kommt, fängt man manchmal mit einem neuen Spirit an." So endete dieser bayerische Befreiungskampf mit lauter glücksprallen Gesichtern - und irgendwo stand leicht überwältigt auch Uli Hoeneß, der völlig vergessen hatte, dass es sein letztes Spiel als amtierender Präsident gewesen war.

Am kommenden Freitag endet auf der Jahreshauptversammlung seine Amtszeit, Hoeneß wird dann nur noch Aufsichtsrat sein. Wehmut war ihm anzumerken, die Lippen bebten, der Körper wankte, aber auch ein wenig Distanz wurde spürbar. Er sagte: "Man sieht, dass die Mannschaft mit Hansi Flick gut zurecht kommt. Unsere Führung wird jetzt nachdenken und klar ist Flick unser erster Kandidat als Trainer." Bis zum Winter dürfte er nun mindestens bleiben - der Neue habe schließlich "Überragendes bewirkt in der kurzen Zeit", wie Thomas Müller resümierte. Und was Thomas Müller sagt, das hat beim FC Bayern ja meistens Substanz.

© SZ.de/ebc
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