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FC Bayern:Die 22 Verletzungen des Arjen Robben

Die Verletzungen von Arjen Robben seit 2007. Quelle: transfermarkt.de, eigene Recherche.

(Foto: AP)

Der Niederländer spielte beim FC Bayern oft nicht einmal die Hälfte aller möglichen Bundesliga-Minuten pro Saison. Ein Überblick.

Arjen Robben hat in seiner Karriere viele unfreundliche Spitznamen bekommen. "Alleinikow" hieß er in der Zeit, als er jedes Dribbling mit einem Torabschluss beendete und keines mit einem Pass auf den Mitspieler. "Fliegender Holländer" heißt er immer dann, wenn er auf fragwürdige Art und Weise zu Fall kommt, denn er geht meistens theatralisch zu Boden, auch wenn er wirklich getroffen wird. Sein erster Spitzname aber ist ein bisschen in Vergessenheit geraten und stammt noch aus seiner Zeit in England beim FC Chelsea. Dort nannten ihn die Briten "Man of Glass".

Der Spitzname ist auch deswegen vergessen, weil er nicht passt. Arjen Robben bricht nicht wie Glas, seine Knochen sind eigentlich immer heil. Was bei Arjen Robben nicht hält, sind seine Sehnen und seine Muskulatur. Muskelfaserriss, Muskelbündelriss, Muskelriss, Leistenbruch, Adduktorenbeschwerden standen schon auf seinen Krankenscheinen. Gerade fällt der Niederländer mit einer vom FC Bayern nicht näher beschriebenen "Muskelverletzung im Adduktorenbereich" aus, wahrscheinlich sechs Wochen. Nur Holger Badstuber kommt in München auf eine ähnlich umfangreiche Krankenakte. Die beiden treffen sich auch regelmäßig bei Reha-Maßnahmen.

Der Niederländer lebt wie vielleicht kein anderer Bundesliga-Spieler von seinem explosiven Stil. Wer ihn nur beim Aufwärmen vor einer Partie beobachtet, sieht, dass die Antritte intensiver sind als die seiner Kollegen. Mit zunehmendem Alter scheinen aber seine Muskeln diese Explosivität immer weniger zu verkraften, jedenfalls fiel er zuletzt zweimal aus, nachdem er aus einer Reha zurückkam.

2015 kam Robben zum Beispiel nach fünfwöchiger Verletzung der Bauchmuskulatur zurück, wurde im DFB-Pokal gegen Dortmund eingewechselt und nach einer Viertelstunde mit einem Muskelbündelriss wieder ausgewechselt. Er fiel fast drei Monate mit Adduktorenbeschwerden aus, kam zurück, hielt in einem Freundschaftsspiel gegen Lippstadt 35 Minuten durch - und kann nun wegen der Adduktorenverletzung wieder nicht spielen.

Die Verletzungen von Arjen Robben haben eine gewisse Konstanz. Der Klub kann eigentlich nie davon ausgehen, dass der Körper des Tempodribblers eine Saison lang durchhält. Seitdem er beim FC Bayern spielt, konnte er in der Bundesliga in sieben Saisons viermal nur knapp die Hälfte aller möglichen Bundesliga-Minuten absolvieren (58 Prozent der Zeit in der Saison 2009/10, je 55 Prozent in den Saisons 11/12, 13/14 und 14/15). Dreimal schaffte er nur ungefähr ein Drittel der Zeit (37 Prozent in 10/11, 32 Prozent in 12/13 und 36 Prozent in 15/16). Zum Vergleich: Thomas Müller kommt regelmäßig auf Werte von mehr als 75 Prozent aller möglichen Einsatzminuten.

Erst in der vergangenen Saison reagierte der FC Bayern auf diesen Fakt und verpflichtete mit Douglas Costa und Kingsley Coman zwei echte Flügel-Alternativen zu Robben und dem ebenfalls immer öfter angeschlagenen Franck Ribéry. Und obwohl Vater Sané just nach der erneuten Robben-Verletzung den Namen seines Sohnes mit dem FC Bayern in Verbindung brachte, scheinen die Münchner erstmal auf ihre vier Flügelstürmer zu vertrauen. Also auch darauf, dass Arjen Robben wieder fit wird.

Anmerkung zur Grafik: Gelistet sind nur Verletzungen seit 2007, die mindestens eine Ausfallzeit von zehn Tagen nach sich zogen. Die Ausfallzeiten sind ungefähre Angaben, da jeder Heilungsprozess ein fließender Prozess ist. (Quelle der Daten: transfermarkt.de, eigene Recherche.)

© Sz.de/schm/fued/jab
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