Bayerns 12:0 gegen Bremer SV:Nur Waldberg erwischte es noch härter

DFB Cup - First Round - Bremer SV v Bayern Munich

Leroy Sané und Eric Maxim Choupo-Moting - einer schoss ein Tor, der andere vier Tore.

(Foto: FABIAN BIMMER/REUTERS)

Der FC Bayern schlägt in der ersten Pokalrunde einen Fünftligisten aus Bremen mit 12:0 und feiert den zweithöchsten Pflichtspielsieg seiner Geschichte. Choupo-Moting erzielt vier Tore - aber der Fokus liegt wieder auf Leroy Sané.

Von Thomas Hürner, Bremen

Natürlich hatten sie den silbernen Henkelpokal mit dabei, der ihnen das freudig erwartete "Jahrhundertspiel" gegen den FC Bayern erst ermöglicht hatte: Der Gewinn des Bremer-Landespokals, der am Mittwochabend am Spielfeldrand stand, sowie ein bisschen Losglück hatten den Amateurkickern des Bremer SV das Pokalduell mit dem Rekordmeister aus München beschert. Oder, wie es ein Fußballer des Oberligisten vor der Partie ausgedrückt hatte: ein Duell mit den Idolen "aus dem Fernsehen".

Live und in Farbe waren die Bremer Fußballer am Mittwoch dann selbst auf den Geräten zu sehen, als schätzungsweise die Hälfte aller Fußballerinteressierten in Deutschland auf eine Blamage der Bayern in der ersten Runde des DFB-Pokals hoffte. Doch ein Eintrag in den Geschichtsbüchern blieb aus, die Münchner siegten bei stabilem norddeutschen Dauerregen 12:0 - der zweithöchste Pflichtspielsieg in der langen Geschichte der Münchner. Nur die DJK Waldberg erwischte es 1997 beim 16:1 in der ersten Pokalrunde noch schlimmer. Es wurde also ein entspannter Abend für die bajuwarischen Idole im Bremer Weserstadion, der Heimstätte des SV Werder. Dort wurde das Spiel ausgetragen, weil der Oberligist nicht über die erforderliche Infrastruktur verfügte.

Leroy Sané trifft einmal, bereitet zwei Tore vor - und ist doch einer der unauffälligeren Münchner

Bayern-Coach Julian Nagelsmann hatte die Stammkräfte Manuel Neuer, Leon Goretzka und Robert Lewandowski wie versprochen geschont; für sie spielten, wie erwartet, der letztlich kaum geprüfte Sven Ulreich im Tor, der stets anspielbare Corentin Tolisso im Mittelfeldzentrum sowie Eric Maxim Choupo-Moting im Sturm. Doch dabei blieb es nicht. Die Abwehr wurde fast komplett runderneuert im Vergleich zum 3:2-Erfolg gegen Köln am Sonntag: Nagelsmann bot eine Vierer- statt einer Dreierkette auf, in der auf den Außenpositionen die zuletzt kaum eingesetzten Omar Richards und Bouna Sarr eine Chance erhielten.

Besonders im Fokus stand freilich Leroy Sané, der beim Heimsieg gegen die Kölner von den eigenen Anhängern ausgepfiffen wurde, daraufhin Rückendeckung von den Bayern-Verantwortlichen erhielt - und der in der achten Minute den ersten Treffer der Münchner vorbereitete, nachdem sein Pass an den Elfmeterpunkt bei Choupo-Moting ankam. Ansonsten blieb Sané einer der unauffälligeren Münchner, obwohl er noch ein weiteren Treffer vorbereite und einmal selbst traf, mit einem satten Schuss ins lange Eck. Als der Angreifer kurz nach seinem Tor in der 68. Minute ausgewechselt wurde, gab es von einem Großteil der 10 000 Zuschauer im Stadion Applaus. Es waren aber auch wieder vereinzelte Pfiffe zu hören.

Die Stimmung hinsichtlich Sané bleibt also ambivalent, aufgrund des eklatanten Klassenunterschieds konnte der Abend aber nur wenige Erkenntnisse über den Leistungsstand der Bayern liefern. Abgesehen vielleicht von Choupo-Moting, der vier Treffer erzielte und mal wieder unterstrich, dass er Lewandowski punktuell ersetzen kann; sowie vom Auftritt Jamal Musialas, der zwei Mal traf und mal wieder einige schöne Dribblings vortanzte. Für den Endstand sorgten Sarr, Tolisso, die einwechselten Malik Tillman und Mikael Cuisance sowie ein Eigentor des Bremers Jan-Luca Warm - aber sogar das dürfte verschmerzbar gewesen sein. Warm war ja mit seinen Idolen im Fernsehen, live und in Farbe.

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