FC Bayern "Da sag ich nix zu"

Mats Hummels vor dem Spiel gegen Wolfsburg.

(Foto: imago/Jan Huebner)
  • Der FC Bayern gewinnt gegen den VfL Wolfsburg mit 3:1. Zu der Kritik ihrer Chefs an Medien und Experten schweigen die Spieler.
  • Thomas Müller meint, man müsse eine Meinung nicht immer nach außen tragen.
  • Nur Joshua Kimmich lobt die Aussagen und spricht von einem "Super-Zeichen".
Von Carsten Scheele, Wolfsburg

"Machen wir es kurz", sagte Mats Hummels, als er lächelnd die Gäste-Kabine in der Wolfsburger Arena verließ. Nein, er würde sich nicht zur groß angelegten Medienkritik der Münchner Chefetage äußern, die seit Freitagmittag das halbe Land beschäftigt. Man hätte Hummels gerne nach seiner Meinung gefragt, zur Berechtigung dieser Schelte und zur Vehemenz der Worte, die Vereinspräsident Uli Hoeneß und Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge gewählt hatten, um sich vor die seit vier Spielen sieglose Münchner Mannschaft zu stellen.

Doch Hummels mochte nicht. "Da sag ich nix zu", so sein knapper Kommentar. Wieder lächelte er, kurz darauf war er verschwunden. Am Tag nach dem großen Medientadel hielt sich der Nationalspieler an die Linie, die sich die Mannschaft offenbar auferlegt hatte.

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Thomas Müller, der den befreienden 3:1-Sieg von der Bank aus betrachtet hatte, plauderte zwar etwas länger, doch auch er sagte quasi nichts. Wie er die Pressekonferenz fand? "Wir haben es verfolgt, aber wir sind für den Platz zuständig", sagte Müller. Ob es in der Mannschaft ein Thema war? "Klar spricht man darüber, aber untereinander." Über die Details lächelte er aber hinweg.

Joshua Kimmich hatte von einer Vorgabe offenbar nichts mitbekommen

Eine Meinung hat Müller durchaus, das merkte man ihm an. Doch er beließ es bei einer Vertröstung. Für die Spieler sei es "wichtig, dass wir nicht immer unsere Meinung nach außen tragen", so Müller. Mit dem kleinen Zusatz: "Auch wenn wir die haben."

Einzig Joshua Kimmich hatte von einer Vorgabe offenbar nichts mitbekommen. Er wurde im Fernsehen nach der aufsehenerregenden Pressekonferenz gefragt, in der Hoeneß und Rummenigge den Umgang einzelner Medien mit dem Verein im Allgemeinen und Spielern wie Neuer, Boateng und Hummels im Speziellen gegeißelt hatten. Es sei ein "Super-Zeichen, dass sich der Verein vor die Spieler stellt und die Spieler schützt", erklärte Kimmich. "Wir halten zusammen", das gebe ihm "ein gutes Gefühl".

Von der Chefetage, die am Freitag so einiglich schimpfend auf dem Podium gesessen hatte, äußerte sich in Wolfsburg nur Hasan Salihamidzic. Der Sportdirektor, der am Freitag die mit Abstand geringsten Redeanteile hatte, dachte jedoch nicht im Entferntesten daran, einen Kommentar zur Sache abzugeben. "Lassen Sie uns heute beim Spiel bleiben", so seine Bitte. Er habe ja nicht mal die Nachrichten verfolgt, keine Berichte auf dem Smartphone gelesen. Auf dem Handy sei "nix, nur die Nummer meiner Frau und meiner Kinder".

In Richtung Reporter verabschiedete er sich mit dem Gruß: "Ihr werdet schon die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Da bin ich mir sicher." Tags zuvor hatte das alles irgendwie dramatischer und ernster geklungen.

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