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Paul Breitner:"Wie Niko Kovac behandelt wurde, war eines FC Bayern unwürdig"

1. FC Kaiserslautern - FC Bayern München

Der Trainer, der das Double geholt hat: Niko Kovac.

(Foto: dpa)
  • Paul Breitner kritisiert den Umgang mit Trainer Niko Kovac beim FC Bayern.
  • "Es hat mir weh getan, wie mit ihm gespielt wurde", sagt Breitner der tz.
  • Uli Hoeneß rät Jérôme Boateng indes abermals zum Vereinswechsel.

Für einen Trainer, der in dieser Saison mit dem FC Bayern das Double geholt hat, erhält Niko Kovac noch immer bemerkenswert wenig Zuspruch von der Vereinsspitze. Nun hat auch der frühere Bayern-Profi Paul Breitner den Umgang des deutschen Rekordmeisters mit seinem Coach kritisiert. "Wie Niko Kovac in der Rückrunde behandelt wurde, war eines FC Bayern unwürdig", sagte Breitner in einem tz-Interview.

Er kenne "wenige in diesem Geschäft, die so integer, so positiv, so freundlich, so höflich und kooperativ sind wie der Niko. Ein wunderbarer Mensch", meinte der 67-Jährige: "Darum hat es mir weh getan, wie mit ihm gespielt wurde."

Anscheinend habe es schon bei dessen Verpflichtung Zweifel an Kovac gegeben, mutmaßte Breitner: "Dann hätte ich erwartet, dass man zu Niko klipp und klar sagt: ,Pass auf! Entweder du gewinnst die Champions League oder du fliegst!' Das wäre die Einstellung gewesen, mit der ein dann logisches Auftreten in Verbindung gebracht worden wäre."

Bereits im November hatte Breitner Kritik an der Führungsebene des FC Bayern geübt. Nach der Pressekonferenz, auf die Bayern-Bosse Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge die Medien angingen, sagte er bei der BR-Sendung Blickpunkt Sport: "Mit diesem Auftritt haben sie die Arbeit kaputt gemacht, die der Verein in den letzten Jahren gemacht hat, um aus dem Arroganz-Image herauszukommen." Und weiter: "Was den Uli angeht: Ich verstehe vieles nicht, was dort passiert ist." Hoeneß verbannte ihn daraufhin von der Ehrentribühne in der Arena in Fröttmaning, was bei vielen Fans auf Unverständnis stieß.

Hoeneß über Boateng: "Sein Manager sucht Vereine, das wissen wir"

Im Rahmen des "Retterspiels" beim 1. FC Kaiserslautern (1:1) hat zudem Präsident Hoeneß seine Aussagen zu Ex-Nationalspieler Jérôme Boateng bekräftigt. Er hofft in diesem Sommer auf Bewegung auf dem Transfermarkt. "Es gibt schon ewig lang Gespräche. Sein Manager sucht Vereine, das wissen wir - und wir haben das auch akzeptiert", sagte Hoeneß am Montagabend. Hoeneß hatte dem 30 Jahre alten Innenverteidiger nahegelegt, den Verein in diesem Sommer zu verlassen, auch weil im kommenden Jahr die Konkurrenz noch einmal größer werde.

"Den Frust, den er derzeit hat, wird er nächstes Jahr noch mehr haben, wenn er da bleibt", sagte Hoeneß bei Sport1. Dieser sei "kein Spieler für die Bank. Er ist kein Spieler, der das verträgt. Das hat man jetzt die letzten Wochen gesehen. Und dann ist es besser für ihn zu gehen."

Er habe persönlich nichts gegen den Weltmeister von 2014, wiederholte der Präsident. Boatengs Vertrag in München läuft noch bis 2021. Beim FC Bayern gesellen sich neben Mats Hummels und Niklas Süle im Sommer in Benjamin Pavard und Lucas Hernández zwei weitere Konkurrenten zum Team.

© SZ.de/dpa/sid/ebc
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