BVB vs FCB in der Bundesliga:"Bei Leon steht es 60:50, dass er spielen kann"

Lesezeit: 2 min

27.11.2021, 1. Bundesliga, 13. Spieltag, FC Bayern vs Arminia Bielefeld, Allianz Arena Muenchen, Fussball im Bild: Trai

Bayern-Trainer Julian Nagelsmann sagt über sich, er habe keine mathematische Begabung - sprachlich schaut's bei ihm aber besser aus.

(Foto: Philippe Ruiz /imago)

Der FC Bayern hat vor dem Topspiel in Dortmund Personalsorgen. Der Einsatz von Leon Goretzka ist ungewiss, Trainer Julian Nagelsmann redet die möglichen Ersatzkandidaten stark.

Von Tim Brack

So ein Topspiel ist in gewissem Maße eine Ausnahmesituation, kann es doch die Saison in eine neue Bahn lenken. Es ist Bayern-Trainer Julian Nagelsmann also nachzusehen, dass er sich die starren Regeln der Mathematik etwas zurechtbog vor dem Duell in Dortmund am Samstagabend (18.30 Uhr, Liveticker SZ.de) gegen die Zweitplatzierte Borussia. "Bei Leon (Goretzka) steht es 60:50, dass er spielen kann", scherzte Nagelsmann über die Einsatzchancen des Mittelfeldspielers.

Nagelsmann braucht Goretzka im Mittelfeld

Betrachtet man den Engpass in der Münchner Zentrale, hätte ihm womöglich sogar Adam Riese die zehn zusätzlichen Prozentpunkte erlaubt. Denn neben dem als fraglich geltenden Goretzka fallen ganz sicher Mittelfeldchef Joshua Kimmich (Corona-Infektion) und Marcel Sabitzer (Wadenverletzung) aus. Bei Goretzka, der wegen seiner Patellasehne nicht vollumfänglich trainieren konnte, komme es darauf an, "wie befreit er im Kopf ist". Allerdings würde der 26-Jährige in Dortmund nur auflaufen, wenn er 100-prozentig fit sei, "weil das Spiel einfach zu groß ist, als dass wir Spieler bringen können, die nicht zu 100 Prozent fit sind".

Nagelsmann, der später noch von sich selbst sagen sollte, er sei "ohne mathematische Begabung", ist rhetorisch aber durchaus begabt. Der Bayern-Coach stärkte vorsorglich die möglichen Ersatzkandidaten Jamal Musiala und Marc Roca. "Beide haben gut trainiert", sagte Nagelsmann, der besonders Musiala hervorhob. Obwohl der sich normalerweise gerne offensiver positioniert. "Jamal hat das im Elf-gegen-Elf sehr, sehr gut gemacht." Der deutsche Nationalspieler sei "sehr ballsicher" aufgetreten, und habe auch "körperbetont" gespielt, "da war ich sehr zufrieden".

Großes Lob von Nagelsmann für Corentin Tolisso

Eine kleine Lobeshymne hielt er anschließend auf Corentin Tolisso, der sehr wahrscheinlich seinen Platz im Mittelfeld anstelle von Kimmich hat. "Er hat herausragende Qualitäten", setzte Nagelsmann an. Das habe er ihm am Donnerstag in einer Videoanalyse noch mal bestätigt. Er wolle das auch gegen Dortmund sehen, "dass er das voll im Kreuz hat". Nagelsmann lobte die Ballsicherheit Tolissos und dessen Körperlichkeit, er sei "schon 'ne ganz ordentliche Maschine im Zweikampf und kann viele Balleroberungen haben".

Tolisso, der nach einer langen Verletzungspause mal wieder seine Form finden musste und laut Nagelsmann manchmal "mit angezogener Handbremse" spielte, dürften diese Worte aufmuntern. Der Vertrag des Franzosen läuft im Sommer aus, eine Verlängerung stand bislang nicht im Raum. Nun sagte Nagelsmann: "Er muss einfach nur das Bewusstsein haben, dass er einen großen Einfluss haben kann. Ich hatte das Gefühl, dass er davor dachte, er läuft unterm Radar. Er hat sich vielleicht nicht so wichtig gefühlt, wie er ist in meinem Kopf." Tolisso werde, so wie es aussieht, die Verantwortung gegen Dortmund tragen müssen, findet sein Coach.

Im Westfalenstadion werden aufgrund der Corona-Maßnahmen nur 15 000 Zuschauer sein. Nagelsmann hätte zwar am liebsten ein Heimspiel, oder zumindest ein volles Stadion, weil das bedeuten würde, man hätte Corona besser im Griff, aber: "Ich weiß, dass die 15 000 in Dortmund auch sehr, sehr laut sein können. Die Zuschauer könnten dennoch "ein ganz guter Ansporn, ein ganz guter Psycho-Kick" sein, sagte der Bayern-Trainer. Sicher ist: Bei den Zuschauerzahlen darf nichts zurechtgebogen werden.

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