FC Bayern besiegt Leverkusen 3:0 Wie Völler seiner Elf Mut macht

So ist es also im Herbst 2011 in München: Der Champions-League-Teilnehmer Leverkusen ist froh, wenn er nur drei Stück kassiert. Nur leise wiesen die Verantwortlichen darauf hin, dass mit Michael Ballack (Grippe), Andre Schürrle (Sperre), Daniel Schwaab (Knieprobleme) und Michal Kadlec (Sperre) oder auch Tranquillo Barnetta (langzeitverletzt) viele ordentliche Kräfte fehlten. Es wäre ihnen wohl als Ausrede ausgelegt worden. Bayern München scheint derzeit einfach unbezwingbar. Oder?

FC Bayern in der Einzelkritik

Brillantes rotes Orchester

Am Dienstag kommt es nun zum ultimativen Test. Manchester City prüft in der Champions League die bayerische Übermannschaft. Es könnte spannend werden, schließlich bezeichnen viele Beobachter auch das von Scheich Mansour Bin Zayed Al Nahyan aufgepeppte ManCity als Übermannschaft. Übermannschaft gegen Übermannschaft.

"Das wird keine einfache Sache, da sind einige sehr gute Spieler dabei", glaubt Bastian Schweinsteiger. Er sah dabei aber nicht so aus, als würden ihn der Gedanke an die Engländer Angst machen. Die Bayern würden es derzeit auch mit einer Elf aus Terminatoren aufnehmen. Denn was soll schon schiefgehen, wenn sie so weiterspielen?

Trainer Jupp Heynckes hat es geschafft, aus dem traditionell eitlen FC-Bayern-Betrieb eine Mannschaft zu bauen, in der sich alle Millionäre auf dem Platz einer gemeinsamen Sache unterordnen. Im Mittelfeld hat er mit Anatolij Timoschtschuk und Luiz Gustavo zwei giftige Arbeiter, die viel Dreck wegräumen vor der Abwehr. Und meistens attackiert die vordere Reihe mit Mario Gomez, Franck Ribéry, Thomas Müller und Toni Kroos schon so eifrig, dass selbst für Timoschtschuk nur noch wenig Dreck übrig bleibt. "Bei jedem Ballverlust sind wir sofort wieder geil auf den Ball", umschrieb Van Buyten das Erfolgsgeheimnis.

So sieht die gut geschützte Abwehr viel besser aus als in den vergangenen Jahren, und vorne spielen sich die Offensivkönner mit den gegnerischen Verteidigern. Da kann es der Konkurrenz wenig Mut machen, dass nun auch Arjen Robben wieder da ist. Wenngleich sich selbst der bekannt selbstbewusste Niederländer zurücknimmt. "Ich muss ruhig bleiben und nicht zu viel wollen", sagte er nach seinem 13-Minuten-Einsatz. Er musste eine schlimme Verletzung überstehen und müsse sich noch von der anstrengenden Reha mit Fitnesstrainer Thomas Wilhelmi erholen. "Ich hab davon noch einen Muskelkater", erklärte er nach dem Spiel.

Arjen Robben erholt sich also in einem Spiel gegen Leverkusen von der Reha. Soweit ist es gekommen in der Bundesliga. Die Rheinländer freuen sich deshalb immerhin auf die Champions League, sie treffen am Mittwoch auf den belgischen Meister KRC Genk. Und Sportdirektor Völler sprach seinen Profis bereits gehörig Mut zu: "Genk ist nicht Bayern München."