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FC Bayern Basketball:"So ein Team hat Deutschland noch nicht gesehen"

FC Bayern Basketball v Alba Berlin - Play Offs Final Game 3

Sieht aus wie Zlatan Ibrahimovic: Nihad Djedovic

(Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images)

Viel Masse, jede Menge NBA-Erfahrung - und ein Zlatan-Ibrahimovic-Double auf Rekordkurs: Die FC-Bayern-Basketballer starten in die neue Saison. Ein Rundgang durch den neuen Kader.

Mit ein paar Tagen Verspätung startet nun auch der FC Bayern München in die neue Saison der Basketball-Bundesliga: Am Montag um 20.30 Uhr erwartet der Titelverteidiger den Aufsteiger Hamburg Towers. Nur drei Tage danach beginnt der Betrieb in der auf 18 Teams aufgestockten Euroleague, erste Besucher im Audi Dome sind die Profis von Armani Olimpia Mailand (Donnerstag, 20.30 Uhr). Für die inklusive des nationalen Pokals mindestens 67 Pflichtspiele in den kommenden neun Monaten haben sich die Münchner mächtig verstärkt. "Bayern hat eine Mannschaft gebaut für die allerhöchste Kategorie", sagt Marco Baldi beeindruckt, der Manager des größten Rivalen Alba Berlin: "So ein Team hat Deutschland noch nicht gesehen." Ein Rundgang durch den Kader:

Die Center

Greg Monroe li FC Bayern gegen Zhang Max Shanghai Sharks Basketball Testspiel FC Bayern

Greg Monroe.

(Foto: Lackovic/imago)

Am Anfang stand eine Enttäuschung: Die sicher geglaubte Vertragsverlängerung mit Devin Booker platzte im letzten Moment; der Amerikaner ging lieber zu Khimki Moskau. Ersatz musste her, was passabel gelungen ist: In Greg Monroe kommt ein Mann mit der Empfehlung von 632 Einsätzen in der nordamerikanischen Profiliga NBA. Damit ist der 2,11-Meter-Mann im Grunde zu gut ist für die deutsche Liga. Der internationale Wettbewerb dürfte ihm das Kommen erleichtert haben, die Euroleague ist ja nach der NBA die beste Spielklasse. Der 29-Jährige liefert nicht nur verlässlich Punkte, sondern ist dank seiner Übersicht auch in der Lage, seine Mitspieler einzusetzen.

Ihm zur Seite steht der französische Nationalspieler Mathias Lessort, 23, für den Münchens Euroleague-Engagement ebenfalls ausschlaggebend für den Wechsel war. Der 2,06-Meter-Athlet besticht durch Dynamik, zieht mit viel Wucht zum Korb, weshalb er im französischen Nationalteam auch als Power Forward eingesetzt wird. Von der WM in China kehrte er mit Bronze heim, was ihm zusätzliches Selbstvertrauen in die voluminöse Brust pumpte. Dritter im Bunde ist Leon Radosevic, 2,08 Meter groß, ein Wühler unter dem Brett. Der 29-Jährige ackert unermüdlich und hat in der Vorbereitung einen starken Eindruck hinterlassen. Ein Trio mit sechs Fäusten, das nicht nur im Bälle-Herausboxen keinen Gegner fürchten muss. Die gerade in der Euroleague aufgefallene Reboundschwäche des Vorjahres sollte damit behoben sein.

Die Flügelspieler

FC Bayern Basketball v Alba Berlin - Play Offs Final Game 3

Danilo Barthel.

(Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images)

Dank der nun prima besetzten Center-Stelle kann Danilo Barthel "wieder auf seine natürliche Position rücken", betont Sportdirektor Daniele Baiesi. Barthel, der 27 Jahre alte Kapitän, ist gelernter Power Forward, hat wegen seiner 2,07 Meter in der vorigen Saison aber auch oft unter dem Korb ausgeholfen. Der Nationalspieler wird auch weiterhin viel mit dem Rücken zum Korb agieren - dank seiner Masse schiebt er die meisten Gegenspieler da einfach weg. Während Alex King - 34 Jahre, 2,01 Meter - wohl nur noch in Notfällen zum Einsatz kommen wird, ist vor allem Vladimir Lucic als Stammkraft in der Startformation eingeplant. Der 30 Jahre alte und 2,04 Meter große Serbe ist ein Allrounder, wie man ihn selten findet; auch deshalb war er heftig umworben, als sein Vertrag im Sommer auslief. Der Co-Kapitän bleibt jedoch, er hat für drei Jahre verlängert.

FC Bayern Muenchen Basketball Attends Oktoberfest 2019

Amerikaner Josh Huestis und T.J. Bray (im weißen T-Shirt) auf dem Oktoberfest.

(Foto: Hannes Magerstaedt/Getty Images for Paulaner)

Gleich für vier weitere Jahre gilt der neue Kontrakt von Nihad Djedovic, 29, der gerade in seine siebte Saison beim FC Bayern geht und damit sowieso schon der Rekordspieler ist. Der 1,99 Meter große Deutsch-Bosnier ist das bekannteste Gesicht der Münchner - auch, weil er mit seiner dunklen Mähne sowie Oberlippen- und Kinnbärtchen dem schwedischen Fußballprofi Zlatan Ibrahimovic ähnelt. Ein weiteres bekanntes Gesicht ist Nationalspieler Paul Zipser, der nach zwei Jahren in der NBA bei den Chicago Bulls und einer Saison in Spanien bei San Burgos zum FC Bayern zurückgekehrt ist. Der 25-Jährige kann aufgrund seiner Größe (2,03 Meter) wie Lucic auf beiden Flügelpositionen eingesetzt werden, als Small oder als Power Forward. Gleiches gilt für Josh Huestis, einen weiteren Zugang mit NBA-Erfahrung. Der 27 Jahre alte und 2,01 Meter große Amerikaner war drei Jahre bei Oklahoma City Thunder unter Vertrag und gilt vor allem als Verstärkung in der Defensive.

Die Guards

FC Bayern München - ALBA Berlin

Trainer Dejan Radonjic mit Uli Hoeneß.

(Foto: Matthias Balk/dpa)

Die gute Nachricht: Im nächsten Jahr ist T.J. Bray wieder fit. Die schlechte: Bis dahin wird der Spielmacher wegen einer Sehnenverletzung im Fuß nebst Operation fehlen. Der 27-Jährige spielt eine zentrale Rolle in den Planungen der Bayern; um ihm dies zu verdeutlichen, wurde sein ursprünglicher Zweijahresvertrag direkt nach der Verletzung um eine weitere Spielzeit verlängert. Der 1,96 Meter große Amerikaner spielte zuletzt eine herausragende Saison beim Aufsteiger Vechta, er war bester Passgeber der Bundesliga und erzielte in den Playoffs 20 Punkte im Schnitt - gegen München waren es im Playoff-Halbfinale sogar einmal 38. Allerdings hat Bray keine internationale Erfahrung.

Maodo Lo hat zwar die WM-Schmach mit der Nationalmannschaft zu verdauen (Vorrunden-Aus und nur Platz 18), blickt aber mit seinen 26 Jahren schon auf reichlich internationale Erfahrung. Der 1,91-Meter-Mann hat in der vorigen Saison einen weiteren Schritt nach vorne gemacht und wird in der Anfangsphase der Saison besonders gefordert sein. Die Konkurrenz auf der Spielmacherposition beflügele ihn, sagt er, zumal er auch Shooting Guard spielen kann, zusammen mit T.J. Bray - oder mit DeMarcus Nelson, der ebenfalls neu gekommen ist. Der 33-Jährige mit NBA-Vergangenheit ist ein klassischer Point Guard, der seine Aufgabe darin sieht, "die anderen besser zu machen". Im Vorjahr war Nelson, 1,93 Meter groß, wertvollster Akteur der Finalserie beim französischen Erstligisten Villeurbanne, er hat bei einer früheren Station in Belgrad schon Euroleague-Erfahrung gesammelt. Sein Trainer damals: Dejan Radonjic. Das dürfte ihm die Eingewöhnung in München erleichtern.

Der Italiener Diego Flaccadori hat auch ohne diesen Bonus bereits einen guten Eindruck beim Coach hinterlassen. Der 23 Jahre alte und 1,93 Meter große Nationalspieler muss sich dennoch zunächst hinten anstellen, bringt aber laut Geschäftsführer Marko Pesic alles mit, um "viele positiv zu überraschen. Er hat sich in der Vorbereitung unglaublich verbessert". Petteri Koponen, 31, muss niemanden mehr überraschen, der 1,94 Meter große Finne hat sich nach anfänglichen Leistungsschwankungen zu einem verlässlichen Faktor entwickelt. Er kann auch den Regisseur geben, hat aber vor allem mit seinem sicheren Distanzwurf den Münchnern oft aus der Bredouille geholfen.

Der Trainerstab

Die einzige Sparte des Profikaders, in der alles beim Alten geblieben ist: Der Vertrag von Cheftrainer Dejan Radonjic, 49, wurde um ein weiteres Jahr verlängert. Dem Montenegriner stehen die gleichen drei Assistenten zur Seite wie im Vorjahr: Emir Mutapcic, 59, Philipp Köchling, 42, und Oliver Kostic, 46, sorgen für die notwendige Kontinuität, wenn es darum geht, die FC-Bayern-Philosophie in die Spieler zu implementieren.

Basketball Wie die Bayern sich Greg Monroe angelten

Basketball

Wie die Bayern sich Greg Monroe angelten

Ein Basketballer mit riesiger Prominenz: Mit der Verpflichtung des NBA-Mannes Monroe gelingt den Münchnern ein echter Coup - es sollen weitere große Namen folgen.   Von Ralf Tögel