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FC Bayern Basketball:Schwieriger Umgang mit Druck

Das vielzitierte "Mia san mia" des FCB verkörperte Hamann damit vor den Augen von Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Doch leider war er damit in der ersten Halbzeit der Einzige in einer seltsam gehemmten Münchner Mannschaft: Der sonst so effektive Punktesammler Chevon Troutman musste wegen Foulproblemen früh pausieren, Jan Jagla verabschiedete sich nach nur zwei Minuten Einsatzzeit leicht angeschlagen in Richtung Fitness-Fahrrad hinter der Bank.

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Es war Darius Hall, in dieser Saison bislang eher Maskottchen denn sportlich wertvoll, der diesem Spiel eine Wende geben sollte. Zwar flutschten dem 38-jährigen Amerikaner immer wieder Bälle aus den riesigen Pranken, doch sorgte er mit seiner Energie und seinem Enthusiasmus für Ballgewinne - und für Verwirrung bei den Bayreuthern. Es war ein geschickter Schachzug von Bauermann, Hall in dieser unübersichtlichen Phase aufs Feld zu schicken.

"Es ist nicht einfach, mit dem Druck umzugehen," sagte später Alexandar Nadjfeij, der nach der Pause mit bissiger Verteidigung und Präsenz unter dem Korb half, das Spiel umzubiegen. "Wir müssen uns immer beweisen. Alle Teams kommen hierher und wissen: Gegen den FC Bayern zu spielen ist etwas Besonderes."

Mit der Favoritenrolle scheint sich das Münchner Basketball-Start-Up noch schwer zu tun, das war zuletzt bei den zahlreichen Auswärtspleiten zu beobachten. Doch im Gegensatz dazu gelang gegen Bayreuth daheim wieder einmal eine deutlich stärkere zweite Halbzeit.

Plötzlich rammten auch die Bayern die Gäste-Akteure aus dem Weg oder klauten dem Gegner einfach die Bälle aus den Händen - mit der steigenden Intensität im Spiel des Heimteams verloren schließlich auch die Bayreuther ihre Unbekümmertheit und gerieten in Rückstand (49:53 nach dem dritten Viertel). "Wir waren nach der Pause viel besser eingestellt und haben gut geantwortet," bilanzierte Flügelspieler Demond Greene, der seine Muskeln beim Rebound und bei Ballgewinnen immer wieder gekonnt einsetzte.

Ähnliches Zupacken war auch bei Nationalspieler Robin Benzing zu bestaunen, der in einigen Situationen willensstark zum Korb ging und dafür mit zwölf Freiwürfen belohnt wurde. "Robin war heute neben Hamann und Nadjfeij sicher einer unserer Besten," lobte Bauermann den 22-jährigen Zugang aus Ulm, der insgesamt 15 Zähler erzielte. "Wir haben uns heute hineingekämpft. Es war unser letztes Spiel nach einem aufregenden Jahr - wir wollten unbedingt gewinnen," so Bauermann.

Dass dies schließlich gelang, obwohl es zunächst nicht gut ausgesehen hatte, dürfte die Bayern auch im Hinblick auf die nächsten Aufgaben positiv stimmen: Gleich in der ersten Januarwoche reisen die Münchner zunächst nach Ulm und dann nach Bamberg - Nettigkeiten erwarten den Aufsteiger bei den schwersten Auswärtsaufgaben der bisherigen Saison gewiss nicht.