Bayern Münchens Basketballer haben nach einer turbulenten Woche und einigen Rückschlägen seit Mitte Februar sportlich wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden. In ihrem drittletzten Bundesliga-Spiel vor den Playoffs erledigten sie die Pflichtaufgabe gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten BG Göttingen souverän und besiegten den schon feststehenden Absteiger mit 94:86 (48:36). In den ersten beiden Vierteln hatten die Münchner große Probleme bei den Offensivrebounds, ein einziger glückte ihnen durch Niels Giffey. Dafür besaßen sie eine weitaus bessere Wurfquote als Göttingen.
Auch nach der Pause behielten die Münchner weitgehend ihre zweistellige Führung. Ohne wirkliche Glanzlichter zu setzen, hielten sie Göttingen auch am Schluss in Schach. Ivan Khartchenkov war mit 17 Punkten bester Werfer des Spiels, auch Andreas Obst (15), Devin Booker (12), Vladimir Lucic (12) und Niels Giffey punkteten zweistellig. Von einer wahren Teamleistung durfte man in diesem Zusammenhang sprechen, was in jüngster Zeit nicht immer der Fall gewesen war. „Mir hat insbesondere das erste und dritte Viertel gefallen“, sagte Bayern-Trainer Gordon Herbert, „unser Kater vom Euroleague-Aus ist nun hoffentlich vorbei.“ Mitte April waren die Bayern in den Euroleague-Play-ins an Real Madrid gescheitert.
In der vergangenen Woche hatten sich die Ereignisse beim FC Bayern überschlagen. Zunächst war das Sonntagsspiel gegen den Mitteldeutschen BC (90:88) zur Hängepartie geworden, nachdem der MBC letztlich erfolglos Protest gegen die Spielwertung eingelegt hatte. Am Mittwoch verkündete der langjährige Bayern-Sportdirektor Marko Pesic dann, seinen Posten zum Ende des Jahres aufzugeben, um mehr Zeit für sich und seine Familie zu haben. Am Donnerstag gab dann der Basketball-Verband Kanadas bekannt, dass Coach Herbert zum Sommer 2026 das Nationalteam seines Heimatlandes übernimmt. Bezüglich der missglückten Kommunikation einen Tag nach Pesics Ankündigung sagte Herbert, diese hätte „womöglich besser gehandled werden können. Unabhängig davon steht mein Commitment zum FC Bayern Basketball zu 100 Prozent“ – auch was eine mögliche Vertragsverlängerung über 2026 hinaus angehe.
Weitere Einzelheiten wollte Herbert nach dem Spiel gegen Göttingen nicht preisgeben, er konzentriere sich auf die nächsten Spiele „und auf das, was ich beeinflussen kann“. Beispielsweise das nächste Bundesligaspiel in Bonn am Donnerstag und die bald anstehenden Playoffs.

